Tuesday, January 27, 2009

Thema: falsche Anreize in der Erziehungspolitik

Offensichtlich möchte man in einem kleinen Kaff ein paar "schlechte" Kinder erziehen und die Familien, "Rabeneltern", die nicht auf ihre Kinder aufpassen, gleich mit. Problem ist, die Kinder kommen zu spät oder gar nicht zum Schulunterricht.
Wir kennen das Problem, jeder hat es wohl irgendwann mal gemacht (wenn er nicht ganz der Spiesser war), ob jetzt absichtlich oder unabsichtlich (verschlafen :P).

Nur, sind wirklich in allen Fällen (auch bei chronischen) die Eltern schuld, oder vielleicht doch manchmal die Kinder. Was können Eltern machen, wenn Ihre Kinder trotz Belehrung und Hausarrest auf die Schule pfeifen? Man kann Kinder im Schulalltag nicht mehr 24/7 überwachen, das ist einfach unpraktisch. Eine gewisse Selbständigkeit sollte bei Kindern in diesem Alter wohl vorhanden sein (wenn nicht kann man die Schuld durchaus beim Staat suchen, der ein solches Verhalten fördert).

Mal davon abgesehen, spiegelt sich in der Stadt-Initiative jedoch ein grundsätzliches Missverständnis von Ökonomie und Anreizsystemen wieder, wie hier beim Spiegel zu lesen.
Man möchte Eltern von Problemkindern belohnen in dem man ihnen Essens-Rabattmarken gibt, wenn das Kind pünktlich ist.

Nicht nur das dies im Selbstwertgefühl der Eltern abwertend ist, ganz zu schweigen von der Schmach für die Kinder, nein, es ist auch aus wirtschaftlicher Sicht Unsinn. Man fördert hiermit eine Kultur der gratis-Geldabzocke zusätzlich zu Harz IV. Denn, jede Einkommenschwache Familie würde doch gerne solch ein Zubrot haben. Was also tun, um selbst in den Genuss des Geldes zu kommen? Genau, man hält die Kinder erstmal dazu an unpünktlich zu sein und sich dann zu bessern.

Ach ja, und wie lange sitzt man dann in diesem Programm? Wie lange kann man diese Karten beziehen, was sind die Kriterien keine "Problemfamilie" mehr zu sein?

Polemischer SChwachsinn, man muss nicht jeden Scheiß aus den USA kopieren...

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