Monday, May 31, 2010

Horst Köhler – Bundespräsident 2004-2010

Tja, was soll man dazu sagen, er ist zurück getreten, weil er sich zu Einsätzen der Bundeswehr und deren Radius geäußert hat. Das Interview wurde überall nur auszugsweise zitiert, wodurch die profunde Erklärung Köhlers missverstanden wurde, zumindest teilweise.

Man kann schon zurücktreten, wenn man glaubt, dass die Meinung des Volks nicht mehr mit der eigenen übereinstimmt und deshalb ein Mandat als Präsident der DEUTSCHEN nicht mehr passen würde. Aber so wie es mir scheint, ist er zurückgetreten, weil ein paar Medien-Outlets und Parteipolitiker Stunk gemacht haben und Widerrede gaben. Dies deutet für mich auf wenig Sitzfleisch und ein großes Nervenkostüm hin, vielleicht ist es also besser so.

Generell ist Köhlers Bilanz als Bundespräsident durchwachsen, rr ist sicher kein Polemiker und Medien-Prinz. Eher war er leise und nur selten betont in den Medien erschienen und hat sein Amt leise und mit Würde bekleidet. Die paar Mal, in denen er sich zu Wort meldete und den Bundestag schalt oder die Regierungsweise als zu zögerlich empfand, war er doch immer zu verbindlich und “nett”.

In meinem Verständnis des Bundespräsidenten bildet dieser einen Kontrapunkt zu Bundestag und Bundesregierung, in dem er Probleme anspricht, die diese nicht ansprechen, aber auch bei schlechten Gesetzen generell blockiert. Und hier hätte ein kantigerer Bundespräsident mehr bedeutet, mehr gemacht, weshalb ich letztlich glaube das der Abschied nicht so schlimm sein wird.

Das wirklich negative an der Sache ist, dass jetzt der Herr Böhrnsen die Gesetze blockieren oder abwinken kann, bis es einen adäquaten Ersatz gibt.

Israel schießt auf Free Gaza Schiffe

Entrüstung scheint nach dieser Aktion der israelischen Streitkräfte im Westen und bei den diktatorischen Staaten des Nahen Ostens angebracht. Man kann jetzt über das Embargo der Israeli bezüglich dem Gaza-Streifen denken was man will (kreative schattenwirtschaft der Palästinenser hat ja dazu geführt, dass man jetzt auch Autos unter der ägyptischen Grenze schmuggelt), ich halte sie für eindeutig negativ, da Waffen leichter über Land geschmuggelt werden können. Die Blockade des Gazastreifens ist eine Fehlentscheidung und trifft wieder nur die Bevölkerung, die Israel eigentlich gewinnen möchte (und muss).

Doch das ist nicht der Knackpunkt dieses Artikels. Das ist auch nicht das Problem, dass diesen Zwischenfall definiert. Ich finde es heuchlerisch von der Hilfsorganisation Free Gaza, den Palästinensern und allen üblichen EU-Bürokraten, die “entsetzt” sind. Was genau haben denn die Leute auf den Schiffen erwartet, was passieren wird, wenn man widerrechtlich und gegen die Warnungen der Israeli versucht eine Blockade zu brechen? Glauben sie, dass Israel keine militärischen Mittel anwenden würde, wie dumm sind dann diese Aktivisten und wie erschreckend wenig wissen sie über den Nahen Osten?

Warum sollten sie eine extra Behandlung bekommen im Vergleich zu palästinensischen Schiffen? Warum sollten die Israeli nicht glauben, dass es sich dabei um Human Shields handelt, die nur vorgehalten werden für die eigentlichen Waffenlieferungen? Und wenn man sich dann auch noch zur Wehr setzt, dann kommt es eben wie es kommen muss: Menschen werden verletzt und schlimmstenfalls getötet.

Allerdings ist das nicht die Schuld der Israeli, sondern die Schuld der Organisation und aller Beteiligten. So etwas auf eigene Gefahr zu machen und das Risiko einzugehen, kann eben auch nach hinten losgehen, damit muss man rechnen. Sie haben diesen Vorfall provoziert und jetzt ist das Geschrei groß, dass etwas passiert ist was negativ für die Beteiligten abgelaufen ist.

Bei aller Zuneigung für die Sache, muss ich doch sagen: Dummheit schützt vor Strafe nicht…

Friday, May 28, 2010

Tutorial: Modellierung eines parallelen Hybridantriebs (Part II)

Im zweiten Teil dieses kleinen Tutorials (erster Part hier) geht es jetzt um die eigentliche “Modellbildung”, d.h. wir haben das Konzept erstellt und nun setzen wir es in ein Modell um. Hierzu müssen wir allerdings erst einmal vereinfachen, da sonst die Komplexität jeden Ansatz erschlagen würde. Natürlich könnte man versuchen alle Elemente in möglichst hohem Detailgrad abzubilden, allerdings würden dann selbst Mehrkern-PCs (und mit mehr meine ich mehr als 100) für eine Sekundeberechnungszeit ungefähr 1-2 h brauchen. Vereinfachen ist jedoch eine große Kunst in der Modellbildung, da man hier wissen muss, was man vereinfachen und wie man es vereinfachen kann, ohne das man wichtige Faktoren eliminiert.

2. Vereinfachung:

Gehen wir doch einmal den Antriebsstrang vom Verbrennungsmotor aus bis zum Rad durch und schauen uns an, was man vereinfachen kann.

2.1. Der Verbrennungsmotor:

Nun, der Verbrennungsmotor ist eine komplexe Maschine. Wenn man ihn im Detail simulieren würde, dann wäre dies eine Ansammlung an Unter-Programmen, hier ein kleiner Auszug: Kühlkreislauf, Verbrennerraum, Kolbenreibung, Einspritzsteuerung, Einspritzsystem, Verbrennungsprozess, Gesamtsteuerung, Abgasauslass, Pumpensimulationen etc. Es zeigt sich jedoch schnell, das für unser Problem eigentlich nur ein kleiner Teil dieser Simulationen auf einem einfachen Niveau ausreichen. Es interessiert uns nicht, was genau im Brennraum passiert, oder was die Peripherie mit der verbrannten Luft anstellt, oder woher die frische Luft kommt. Es interessieren zwei Dinge: 1. Drehzahl bei einer bestimmten Leistung bzw. Drehmoment und der Verbrauch bei dieser Drehzahl. Gleichzeitig wollen wir den Motor nur bei einem kleinen Leistungs und Drehzahlband betreiben. Es sind also folgende Größen wichtig:

  • Verbrauch(n, M)_opt = optimaler Verbrauch in einem Betriebspunkt
  • n_opt = optimale Drehzahl
  • n_ist = jetzige Drehzahl
  • M_opt = optimale maximales Drehmoment
  • M_ist = jetziges Drehmoment

2.2. Der Elektromotor:

Auch der Elektromotor kann sehr schnell komplex werden. Hier einmal ein kleiner Auszug der möglichen Simulationspunkte: Thermisches Management (Lüfter), dynamisches Verhalten und Regelung. Besonderes letzteres ist eine sehr aufwendige Differentialgleichung, die mehrere Veränderliche hat und dadurch schon bei kleinen Veränderungen sehr aufwendig zu lösen ist, da sie zeit- und ortsvariant ist. Aber auch hier können wir getrost vereinfachen, da wir keine realen Maschinendaten zur Verfügung haben. Man kann den Elektromotor in erster Näherung als Wandler ansehen, der mit einem gewissen Wirkungsgrad als Black-Box aus mechanischer Energie elektrische Energie macht. Er wandelt also:

Leistung (el) <-> Leistung (mech) => P_el = P_mech x eta_em

Was jetzt alles in das eta_em gehört, darüber kann man sich streiten, genauso wie die Höhe. Man sollte jedoch konservative Schätzungen annehmen, d.h. einen worst-believable-case. Welche Verluste können denn Auftreten? Nun, da sind einmal die Widerstandsverluste im E-Motor und dann die Reibungsverluste an den Lagern (und ggf. Kohlebürsten). Die Masse des Rotors erzeugt keine Verluste in der Bewegung, da diese Energie nur “zwischengespeichert” wird, sie wird beim Bremsen wieder zurück gewonnen. Wichtige Kenngröße des Elektromotors ist also:

  • Wirkungsgrad (Reibung, Widerstände)

2.3. Doppelschichtkondensator und Leistungselektronik:

Nun, die Leistungselektronik ist auch wieder eine komplexe Materie, deren Simulation sehr zeit- und rechenintensiv ist. Es soll hier davon ausgegangen werden, dass sie existiert und durch zwei Größen beschrieben wird:

  • U_ZK = mittlere Zwischenkreisspannung
  • eta_ZK = Wirkungsgrad der Leistungselektronik (innere Widerstände!)

Der Doppelschichtkondensator ist eigentlich ein komplexes Produkt aus verschiedenen parallel und seriell geschalteten Kondensatoren und Widerständen, die schwer zu modellieren sind und deren Verschalten sehr komplex sein kann, um eine kontinuierliche gleichförmige Entladung bzw. Ladung zu bekommen. Aus diesem Grund wird auch hier erst einmal gnadenlos vereinfacht, die weggelassenen Elemente werden hierbei (wie oben auch) als Wirkungsgrade zusammen gefasst:

  • C-Element (U, i) = traditioneller Kondensator
  • eta_DLC = Wirkungsgrad des Doppelschichtkondensators

2.4. gemeinsame Welle:

Theoretisch wäre auch die Welle ein wichtiger Einflussfaktor, besonders wenn Schwingungs- und Reaktionssimulationen gefordert werden. Hier hat die Welle jedoch nur eine einzige Funktion, sie verbindet die Elemente Verbrennungsmotor, E-Motor und Getriebe. Sie überträgt Drehmoment und Drehzahlen, an Ihr wird auch die mechanische Bilanz fest gemacht. Man kann sie also als masseloser Übertrager darstellen, denn auch hier gilt, wenn die Welle beschleunigt wird, wird die mech. Energie als Rotationsenergie zwischengespeichert (minus Reibungsverlusten!). Man könnte in einem zweiten Schritt darüber nachdenken einen Wirkungsgradverlust durch die Welle einzufügen!

2.5. Getriebe:

Das Getriebe kann wiederum, je nach Bauform, sehr komplex ausfallen, aber auch hier muss vereinfacht werden. Je nach Getriebe wird es also auf eine Black-Box reduziert, d.h. es gibt Ein- und Ausgang für Drehzahl und Drehmoment und einen Abzug durch einen Wirkungsgradkoeffizienten.

Wie man sieht, kann hier viel verallgemeinert werden, besonders wenn reale Werte nicht ermittelbar, verfügbar oder ableitbar sind.

Im nächsten Part beschäftige ich mich dann mit der Umsetzung dieses abstrakten Models in eine mathematische und physikalische Formulierung, die man dann in Matlab umsetzen kann.

Tutorial: Modellierung eines parallelen Hybridantriebs (Part I)

Gerne wird in letzter Zeit das Thema Modellierung verwendet, vor allem in den News. Doch wie modelliert man denn, wie ist das Vorgehen und worauf muss man achten, dass wird der Öffentlichkeit nur selten erklärt. Oft scheint es auch so, als ob dies den Wissenschaftlern selbst oft nicht mehr interessiert, wenn man z.B. Klimamodellierung anschaut.

Die Grundprämisse ist eigentlich relativ einleuchtend und simpel:

Das Modell soll die Realität so genau wie möglich und so komplex wie nötig abbilden.

Wichtig ist hierbei das Wort “REALITÄT”, d.h. es muss vergleichbar oder zumindest validierbar sein.

Als Beispiel Problem mit aktuellem Bezug möchte ich einen Hybridantriebsstrang modellieren, hierbei habe ich mich für den parallen Hybridantrieb entschieden. Er hat gewisse Vorteile und Nachteile.

Vorteile:

  • Elektromotor und Verbrennungsmotor können auf einer Welle sitzen
  • Einsatz von Doppelschichtkondensatoren anstatt Batterien
  • Einsatz von traditionellen Getrieben möglich (Wirkungsgrad optimierung)
  • kleiner, stark-spezialisierter Diesel-/Benzinmotor möglich
  • Downsizing-Potential groß!

Nachteile:

  • Möglicherweise mehrere Elektromotoren (Getriebe) notwendig
  • Robustheit?
  • Steuerung

Und wie sieht jetzt dieser Antriebsstrang aus? Auf der folgenden Abbildung ist das Konzept einmal dargestellt.

image

Man sieht, dass Verbrennungsmotor, E-Motor und der Eingang des Getriebes auf der selben Welle platziert wurden. Der E-Motor kann dabei mit drehen, ohne das er Energie aufnimmt oder abgibt. Das Getriebe überträgt Drehmoment und Drehzahl auf die Achsen und diese dann auf das Rad. Der E-Motor ist über eine Leistungselektronik an den Doppelschichtkondensator (Energiespeicher) angeschlossen. Das Getriebe kann in verschiedenen Versionen angefertigt werden, je nach Präferenz. Möglichkeiten sind hier eine Elektromotor/-generator-Kombo zur Drehzahlgestaltung, ein Ketten- oder Band-CVT oder eine herkömmliche Kupplungsautomatikschaltung (DSG oder einfach).

Bevor wir zur Modellierung übergehen, noch ein paar Worte zum Prinzip dieser Anordnung. Rein elektrisches Fahren ist hier nicht gewollt, stattdessen stehen Verbrauchsoptimierung und Wirkungsgradverbesserung im Vordergrund. Der Grundgedanke ist, dass Beschleunigungsabschnitte die größten Leistungsanforderungen an den Verbrennungsmotor stellen und somit der Motor größer dimensioniert werden muss, obwohl diese Abschnitte an der Gesamtfahrtzeit meist nur einen Anteil von ein paar Prozent haben.

Ein exemplarischer Fahrzyklus aus zwei Beschleunigungen und zwei Bremsungen sähe dann wie folgt aus:

image

Man sieht, dass das Fahrzeug eine notwendige Maximalleistung von 100 kW hätte, der Verbrennungsmotor allerdings nur 15 kW Dauerleistung abgeben muss. Dies ist kein reales Beispiel, sondern eine ideale Konzeptstudie. Man sieht, dass die Leistungsanforderungen durch Beschleunigung und Bremsen durch den elektrischen Teil des Antriebsstranges abgefangen werden. Man kann auch bemerken, dass die Größten Leistungssprünge bei Beschleunigung und Bremsen auftreten. Es sollte also, zum Ausgleich dieser Sprünge, ein Leistungsspeicher verfügbar sein, der schnell hohe Leistungen abgeben und aufnehmen kann: Ein DLC (Doppelschichtkondensator).

Jetzt da das Prinzip erklärt und hoffentlich verstanden ist, können wir zur eigentlichen Modelbildung übergehen. Mehr dazu in Part II.

Elektromobilität und Einsatzorte

Man denkt ja gerne daran das Elektromobilität überall zum Einsatz kommen wird, doch wie bei fast allen Entwicklungen werden sich auch hier Nischen bilden, in denen es sinnvoll ist.

Wer das nicht glaubt, der vergisst wie speziell das Automobil ist, in gewisser Weise. Große Lasten in den USA werden von einer Küste zur Anderen meistens mit Hilfe von Schiffen oder Frachtzügen befördert, seltener per Truck. Selbst das reine Automobil gibt es mit verschiedenen Ausstattungen, um sich den verschiedenen Regionen und Gegebenheiten anzupassen: größere Kühler für Wüstenregionen, Batteriewärmer für Finnland.

Warum sollte dies also beim Elektroautomobil anders sein. Bisher beschränkt die Leistungsdichte von Batterien, aber auch ihre Energiedichte, das Einsatzgebiet stark. Je größer eine Batterie ist (d.h. je mehr kWh drinnen stecken), desto länger dauert es sie aufzuladen. Dies ist eine hohe Hemmschwelle, denn wenn man mit den Kiddies in den Urlaub fahren möchte und alle 200 km 60 min warten muss bis der Batterieblock aufgeladen ist, dann ist dies ein echtes Hindernis.

Wo also lassen sich E-Autos einsetzen und wann? Nun, Inseln wären ein interessanter Einsatzort, da die Entfernung erst einmal etwas eingeschränkter ist. Ansonsten wären Elektrolösungen dann sinnvoll, wenn man nur kurze Strecken fährt (Pendelverkehr), dann jedoch vielleicht als vom Betrieb gestelltes Auto.

Letztlich kommt es darauf an, ob man in der Zukunft Batterien herstellen kann, die 500-600 km leisten (Energiedichte) bei geringem Gewicht und gleichzeitig innerhalb von 10 min betankt sind (hohe Leistungsdichte). Dies hört sich schwer an und das ist es auch, ich sehe keine Batterietechnik, die in den nächsten 5 Jahren einsatzbereit ist (in der gewünschten Menge), die dies erreichen könnte, denn selbst 200 km sind schon schwer.

Welche Alternativen gäbe es? Nun, der Volt/Ampere stellt eine solche Alternative da, wobei er kein reines Elektroauto ist, sondern ein Hybrid. Er ist jedoch, so zu sagen, die Krönung der Hybridlösungen, was das Downsizing angeht. Der Hauptantriebsstrang ist, im Gegensatz zum Prius von Toyota, elektrisch, der mechanische Teil ist der Subantriebsstrang. Das mag nach nicht viel klingen, ist aber essentiell, um ein Verständnis für diese Konstruktion zu bekommen.

Der Vorteil ist die Kombination von Kurzstrecken- (elektrisch) und Langstreckenfahrzeug (elektrisch-chemisch). Beim täglichen Pendelverkehr wird der Volt elektrisch fahren und das wird vollkommen ausreichen, da man ihn bei der Arbeit oder Abends an eine Stromanbindung stecken kann. Aber man kann auch mit dem Volt in den Urlaub fahren, dann springt bei Langstreckenfahrten der Verbrennungsmotor an und generiert per Elektrogenerator Strom. Der Vorteil ist ein kleines Kraftwerk (VKM-Motor), dass wenig Leistung hat und damit Platz frei gibt, der von kleinen E-Motoren (Radnabe) und Batterie+Generator genutzt werden kann. Damit wird der Gewichtsunterschied zwischen klassischen Benzinern und dem Volt gering gehalten.

Was ließe sich daran noch ändern? Nun, mein Vorschlag wäre ein Paralleler-Hybridmotor auf Basis von Doppelschichtkondensatoren. Der Aufbau sähe wie folgt aus:

image

Die Idee ist, dass der Verbrennungsmotor konstant in einem kleinen optimalen Bereich läuft. Wenn nun beschleunigt werden muss, oder gebremst werden muss, dann liefert der Leistungsspeicher über den Elektromotor die Leistung, bzw. nimmt sie auf. Das CVT (oder Automatikgetriebe) steuert hierbei die Übersetzung und Geschwindigkeit, um den Motor in einem bestimmten Drehzahlbereich zu halten.

Thursday, May 27, 2010

Der Spiegel und Rechtsextreme

Ein alternativer Titel wäre: Der Spiegel kennt schon nicht mehr den Unterschied zwischen Konservativen und Rechtsextremen.

Sicher, wenn man die deutsche Betrachtung des “Rechtsextremismus” anschaut (alles links von der SPD), dann ist so ziemlich jeder Amerikaner rechtsextrem. Hier greift der Spiegel aber mal wieder zur Ignoranzkeule und vergießt Angst und Häme über ein Konglomerat von Konservativen, Libertären und Idioten, ohne dabei zu differenzieren oder das Problem überhaupt zu verstehen.

Es ist für nicht sehr belesene Europäer schwer die USA und ihre Geschichte zu verstehen. Die wenigsten Leute wissen heute noch, dass die Demokraten früher in den Südstaaten dominierten und für die Sklavenhaltung waren. Aber das hindert offensichtlich gewisse Leute nicht, trotzdem einfach mal als “Experte” aus den USA zu schreiben.

Es wird wieder die Tea Party Bewegung angegriffen (eine der friedlichsten Bewegungen der letzten 30 Jahre) und der Konservative Grass-Root Kentucky-Gewinner Rand Paul. Natürlich ist er den Spiegel-Redakteuren und Big Government-Fans ein Dorn im Auge, will er doch eine Art Lean State einführen, der ähnlich zu Toyotas Lean Production in erster Linie den Staat verschlanken, optimieren soll und mehr Eigeninitiative und Verantwortung an seine Bürger geben will (Eben das was das Toyota Produktionssystem auch macht, nur eben industriell).

Es wird ein Einzelfall zitiert, in dem ein Idiot und sein Sohn eine Polizeikontrolle angreifen und erschossen werden. Hierbei wird dann, ähnlich wie bei Computerspielen, die Vergangenheit des Täters durchleuchtet und alles auf seine Anti-Staatshaltung projiziert. Jetzt sind natürlich alle ähnlichen Personen genauso im Visier und das obwohl sie immer friedlich waren.

Aus Einzelfällen eine Epidemie zu konstruieren, darin sind die Medien und besonders auch der Spiegel gut, sei es nun H1N1 oder Computerspiele oder Gotcha/Paint Ball Spieler. Und so wird auch dieser Einzelfall wieder unwirklich aufgebauscht. Dabei geht eine ganz reale Gefahr unter: Polizeikontrollen sind in den USA tatsächlich gefährlicher geworden, was am War on Drugs liegt und der Militarisierung der Polizei (Wenn man schönes neues Spielzeug hat, möchte man es auch einsetzen).

Dann werden im Artikeln kurz noch die Gesundheitsreform-Gegner als Verrückte dargestellt, weil sie einen “Armageddon” befürchten, was sich aber nicht auf den Untergang des Menschen, sondern auf den Zusammenbruch der Staatsfinanzen bezieht. Und in der Tat sollten hier Europäer den Mund halten, sehen doch unsere Renten- und Gesundheitssysteme alles andere als robust aus!

Es ist interessant zu sehen, wie sehr sich der Spiegel in den USA auf eine Fringe-Bewegung einschwingt, die in dieser Form von einer Minderheit befürwortet wird. Die Mehrheit der Tea Party Leute sind friedlich und wollen nur Ihre Sorgen zu gehör bringen.

On LoL-Cats

What is it with nerdy internet people and those stupid cat/dog/hamster/XXX-shots that were then edited in paint with “cool” phrases (like a cat saying: I changed your RAM). I don’t get it. Perhaps I am not the right kind of guy, because I don’t think Jay Leno funny or Saturday Night Live. I am more a fan of Monthy Python, George Carlin and others, so maybe I am just not into this obvious stuff.

I can get cute animals, but this is by far too stupid to be only cute. I mean a hamster with a mini-gun is cool, but why do you have to write some sh*t on it?

Wednesday, May 26, 2010

Mass Media – Being Ignorant in the Face of the Obvious

Captain Obvious couldn’t spell it better than a Rockstar Employee in this article:

Our games are not designed for young people. If you’re a parent and buy one of our games for your child you’re a terrible parent. We design games for adults because we’re adults.

Yeah, after all, it is the fault of parents who seem to be to ignorant or uneducated to understand, that a game named “Grand Theft Auto” might not be for a six year old boy/girl. It is like you would give your child a movie as a present with the movie being Slasher – The Return. What do you actually expect this movie/game to be like? A child-friendly goody-goody movie?!

It says something about the state of the world and our infantilization that questions like this aren’t answered by the media or the parents, but instead laid to the feet of a supposedly strong state. I am really asking myself, where all the imbeciles come from. Is there some natural veil of ignorance that separates common sense people and sheeple?

Was Ich Anschaue – TV Edition

Nun, erst ein Mal muss ich sagen, ich schaue kein deutsches Fernsehen, sondern einzig amerikanische Originalserien, wobei hier mein Schwerpunkt auf HBO (Home Box Office) und Showtime-Serien liegt, wobei auch NBC und ABC manchmal noch die ein oder andere gute Serie haben.

1. Mad Men: Drei Staffeln gibt es nun schon, was gut ist, da ich nicht gerne eine Serie anfange und dann warten muss bis alle Folgen da sind. Ich weis, dass ist der Sinn von Serien, aber für mich ist das ärgerlich (weshalb ich die DVD/Blue Ray – Boxen super finde).

Mad Men handelt von den Werbeleuten auf der Madison Avenue (abkürzung für die Berufsbezeichnung ist : “Mad Men”) in den 50er Jahren in New York City. Schön ist die realistische Darstellung dieser Zeit mit all seinen heute unmöglichen Einstellungen zu Schwarzen, Rauchen, Alkohol und Frauen. Es wird ein nicht unerheblicher Teil der Serie mit Rauchen (auch im BETT!!), Alkohol trinken und Fremdgehen verbracht. Es zeigt sich auch gleich, dass Scheidungen damals ein Tabuwort waren, denn selbst mit einem fremdgehenden Mann ist es gesellschaftlich besser verheiratet zu sein, sonst gilt man als Ausgestoßene und seltsame Person. Schwarze und Frauen werden nicht als gleichwertige Mitarbeiter behandelt, sondern sind Zubringer, wobei Frauen es noch besser haben als Männer. Der Hauptdarsteller, welcher den Hauptcharakter Don Draper (einen Lügner, Fremdgeher, Hochstapler, aber sehr erfolgreicher und nicht rachsüchtiger Werbemann) spielt, ist ein Volltreffer, er sieht schon aus wie der Traummann der 50er Jahre und ähnelt dem Malboromann auch im Konsum der Zigaretten. Seine Frau ist Hausfrau, naiv und unbefriedigt. Sie kommt damit nicht klar, dass sie ihre Karriere und ihr Leben für Ihren Mann aufgegeben hat, denn sie ähnelt im Aussehen “Grace Kelly”. Um dieses Gespann entwickeln sich Figuren einmal im Büro in New York City, aber auch im suburbanen Familienhaus außerhalb der Stadt. Mehr sei hier nicht verraten – Anschauen!

2. In Treatment:

Eigentlich schon eine ältere Serie, die jedoch keinesfalls von ihrem Charme und ihrer Dramatik verloren hat. Die Serie ist eine US-Umsetzung einer israelischen Show über einen Therapeuten, hierbei werden in 20 min Segmenten immer die Sitzungen von verschiedenen Kunden über mehrere Wochen gezeigt. Patienten sind ein Paar, dass sich ums Kinderkriegen streitet, eine Frau, die sich von ihrem Freund trennen will, weil dieser sie zum Heiraten zwingen mag, eine junge Ausnahmesportlerin, die unter Suizidverdacht steht, ein Ex-Armyveteran aus dem Irakkrieg. Daneben geht auch des Therapeuten’s Familie zu Bruch, da seine Frau fremdgeht und er sucht Unterstützung bei seiner ehemaligen Mentorin. Sehr eindringliche Gespräche, die sehr nahe an der Wirklichkeit der therapeutischen Stunden sein soll, was ich nicht bezeugen kann, da ich bisher keine hatte. Definitiv ein Must-See

3. Generation Kill:

HBO Miniserie über das 1st Aufklärungsgeschwader der Marines im 2. Irakkrieg. Es ist die Verfilmung des Buches von Evan Wright, der in dem Platoon embedded war (Rolling Stone Redakteur).

Es zeigt die grauen Seiten des Krieges und die vollkommene Planlosigkeit des Vorgehens. Man sieht die Hauptdarsteller in einem Krieg, in dem Gegner und Freund kaum zu unterscheiden sind, in dem der Fußsoldat keine Bedeutung mehr hatte und wie unvorbereitet doch das größte Militär der Welt auf einen solchen Krieg war. Es kritisiert Krieg, ohne sich über die Soldaten lächerlich zu machen. Es ist auf alle Fälle eine bessere Serie als Jarhead ein Film.

Lost – letzte Folge und Review

Achtung, ab hier gibt es einen Haufen Spoiler!!!

Wer also das Finale noch nicht gesehen hat, sollte ab hier erst ein Mal nicht weiter lesen und es anschauen.

Ich bin hin- und hergerissen, ob das Finale jetzt gut war oder nicht. Es passte sicherlich zum gesamten Konzept, aber es erfüllte nicht die Koheränzerwartung und das Aha-Erlebnis, welches immer propagiert wurde. Es scheint so, als wäre die Stoßrichtung klar gewesen und auch schon die letzte Szene, jedoch nicht die einzelnen Staffeln. Auch passen einige alte Szene nicht mehr in das Kostüme der letzten 2 Staffeln und es gibt viele kleine Unstimmigkeiten, die man nicht einfach mit der mythischen Energie der Insel erklären kann.

Es ist in seiner ausgeklügelten Gestalt kein Babylon 5 geworden, keine Geschichte über 5 Jahre, die in seiner Gesamtheit ein koheräntes Werk präsentiert, klassische dramatische Kunst, wie sie schon in Büchern von Schiller zelebriert wurde.

Nein, Lost ähnelt eher einem H.P. Lovecraft Roman oder einem Tarantino-Werk. Philosophisch geht es um die Frage “Tod und wie verarbeiten wir ihn”. Wer die letzte Folge gesehen hat, der kann dies bestätigen, genauso wie die Tatsache, dass es realistisch das Leben wieder gibt: Auf eine Frage folgen viele weitere Fragen, aber kaum Antworten.

Ein Beispiel für eine Antwort aus der letzten Folge: Warum zog Desmond den “Stöpsel” erst heraus und wurde dann wieder rückgängig gemacht. Nun, nur durch das entfernen des Stöpsel konnte das “Black Smoke Monster” verwundbar werden, darauf wurde in der Episode auch mehrmals angespielt (genauere Infos findet man auf der Lostpedia!").

Doch wer Lost als Gesamtwerk sehen möchte, der muss sich auf die Nicht-lineare Erzählweise einstellen und einlassen. Wenn man im Nachhinein die Story chronologisch ordnen würde, dann würde sich ein kohärenteres Bild darstellen:

Hintergrundgeschichte –> gestrandet auf der Insel –> Versuch von der Insel zu gehen –> Was wäre wenn es nie passiert wäre –> H-Bombe –> Finale –> Alternate Universe

Neben dem nicht-linearen Handlungsstrang der Flash-Backwards/-Forwards/-Sidewards wurden in fast jeder Episode viele klassische Literaturtechniken eingesetzt. Neben Referenzen zu anderen populären und klassischen Serien/Filmen/Büchern wurden immer Metaphern, Ironie, Wiederkehrende Elemente, Foreshadowing, Symbolismus, Juxtaposition. Es ist keinesfalls eine Ansammlung abgeschlossener Episoden, quasi einer Markow-Kette der Serienstruktur, die allein auf die Zukunft zielen. Lost befindet sich eher in der Tradition intelligenter Serien, die immer wieder von der Vergangenheit leben und nur durch sie verstanden werden können. Hier ein paar Beispiele aus der letzten Folge:

  • Verweis auf The Incident Part 2: Jack erzählt Desmond, dass die Geschichte nicht veränderbar ist und er es in der Vergangenheit mehrmals versucht hat.
  • Verweis auf die erste Episode, in der Jack seine Augen öffnet und sich an der selben Stelle befindet, wie am Ende der letzten Folge, nur diesmal schließt er die Augen. Selbst die Wunde ähnelt der Wunde in der ersten Episode. – Pilot, Part 1
  • Fake Locke und Jack schauen in die Höhle des goldenen Lichts auf Desmond hinunter, was der selben Kameraeinstellung ähnelt, die es bei der Bunkeröffnung gab (damals auch Locke und Jack und Desmond im Bunker). – Exodus Part 2

Dies sind nur Auszüge, und wenn man die Episoden durchgeht, dann findet man wirklich hunderte dieser Verweise/Anspielungen und Symmetrien.

Wenn man also eine Serie braucht, mit der man gerne mal einen besserwisserischen Bücherwurm oder Intellektuellen davon überzeugen möchte, dass TV Serien schon lange nicht mehr die Trash-Kultur der 90er ist, dann ist LOST eines der besten Beispiele!

Monday, May 24, 2010

Discrimination

Me on Discrimination in an unpublished commentary:

You raised an important point: Slavery was also rampant in the North, but yet, it is said that the north was so much better on the issue. I believe that racial discrimination is nothing that you can stop by law. It is something that goes away when technology, medias and society as a whole advance and start to debate it.

I think the best thing that happened for blacks and other minorities was the ascencion of media and the increase in communcation and information speed (and range). It is much harder nowadays to positively discriminate someone without running into a public uproar (which is at first a good thing).

I don't believe that a "law against discrimination" changes anything, because Europe has a lot of laws against racial discrimination. Yet, France hates its Muslim population (f.e. Muslim pop stars are rare - there is positive job discrimination), Germany isn't in love with its turkish immigrant population (same kind of things as in France), and Italien and Spain have equally constructed detention centers at the African coast. And all of these countries have extensive anti-discrimination laws, yet, society still discriminates, they just do it more subtle.

Sunday, May 23, 2010

Speculation – A Defense by someone else

I found this comment at Cafe Hayek by Steve_o which I like very much. Go read it:

Derivatives are not securities, speculation does not necessarily involve derivatives, trading is not necessarily speculation, and there's about a dozen other things wrong with your general assumptions.
People recognizing that the value of something declining is not the cause of the decline. Imagine a horse race where trading bets is allowed until the horses pass the post. If the spectators see one of the horses suddenly start gushing blood halfway around, they are going to sell down his bets. That doesn't mean they caused the horses problem.
You may be a fine doctor, I can't possibly know. And I'm by no means the greatest expert on financial instruments. I am however confident that there is a lot I still don't know about financial instruments, and you know less than I. I've seen your comments over time about Wall Street, and it's clear that, like Oliver Stone, you just don't have the foggiest idea how it all works. It's just a cartoon of fat guys smoking cigars and passing pieces of paper around like some big game of musical chairs.
Those who are eager to sell financial instruments (or buy them) do a favor to everyone by helping to communicate the value of those instruments. I was just discussing today with a friend, the absurd "home value" on our tax forms. I know for certain that the value "assessed" on our tax form is a good 20K over the value we paid for our home, and will likely ever be paid for the home. My friend was looking at a house which tax assessment lists as $300,000- meanwhile the foundation requires major repair and there is termite damage. Likely, this home will not sell for another 5 to 10 years, and then someone will raze it and build on the lot.
Until a security actually has a transaction, the value is unknown. Our market system, because of regulations which aim to deny the negative symptoms (the thermometer of prices) causes an unavoidable positive bias to the market. In other words, if you're permitted from being a pessimist, the market will look sunny.
You can see this effect in simple classroom exercises. Pass out slips of paper with random gibberish on them- with a select few providing the good news about XYZ company upcoming FDA approval. Allow students to bid on prices. Those students who know the good news (either very savvy traders, or insiders) will keep raising their hands, bidding up the price.
When you do the same thing, but the few informative slips show the bad news about XYZ's FDA approval being rejected, those people should bid the price down. But, if you prohibit anyone who sees real news, instead of gibberish, from trading (preventing insider trading) then the removal of those people from the bidding pool will allow the bid price to go much higher than it should.
Speculators who sell instruments are like the clever child who shouts that the emperor has no clothes. The underlying causes of the "temperature" are not following the reading of the thermometer. As it is, empirical evidence shows that a small amount of insider only news (both good and bad) does begin to leak into the market, as shown by small movement in the price before "announcement days" of stock worthy news. What should happen, is insiders with both good and bad news should be allowed to move the price to it's correct value.
This would have prevented the Enron or Healthsouth debacles. The problem in these instances (and others), is that there is a curtain that the management can hide behind, while claiming the stock value is high. Decriminalizing traders would rip away the curtain that allows this fraud to be perpetuated.
There are a lot of other causes to the economic decline you mention. Debt being a big one. Forcing streams of cash flow to be based on people with no reasonable expectation to be able to pay their mortgages is a big one. The ratings agencies should be sued into bankruptcy. But, short-sellers, speculators, or derivatives traders did not- COULD NOT possibly "cause" the problem. We need more speculators, short-sellers, and anyone trading on information that they know; this is how information is brought to the price market.
What is unreal sir, is your ignorance of finance. It is not a sin to be ignorant, but to pretend to be, and to deride others from the base of your ignorance, while claiming to know something based on BS you've been fed from others who are as ignorant as yourself- that is, or should be, a sin of shame. If you have any.

“Das Wunder von Berlin”

Dieser wunderbare Artikel im neuen Spiegel ist auch einer der wenigen journalistischen Leistungen, die wirklich erwähnenswert sind. Es ist ein Blick auf das Spannungsfeld zwischen Unternehmer und Arbeiter (bzw. Arbeitslosem) in der Hartz-IV Hauptstadt unseres schönen Landes.

Erst wollte ich hier Anmerkungen und Ergänzungen schreiben, aber der Artikel besticht durch seine Klarheit. Ich sehe nicht alles so, wie es der Unternehmer im Artikel sieht, aber meine und seine Bedenken ähneln sich. Stattdessen möchte ich ein bisschen über Arbeitslose schreiben (NICHT herziehen!). Ich höre immer nur das Gemaule von vielen Leuten, entweder Arbeitslose sind sooo schützenswert, da sie nichts für ihre Situation im bösen Kapitalismus können, oder man hackt auf ihnen herum nennt sie Nichtsnutze und sie sollen doch gefälligst jede Arbeit machen, die es gibt.

Ich mag hier kurz ausführen, welche drei allgemeinen Typen von Arbeitslosen dem Spiegel “bekannt” sind. Es ist natürlich so, dass es in der Realität noch unzählige Mischformen und Varianten gibt, die dazwischen liegen: So ist das Leben – komplex und facettenreich.

Dennoch bin ich mit der Schilderung der drei Typen d’accord, denn sie sind quasi stereotype Archtypen an denen man sich abhandeln kann.

Der erste Typus ist der edle Arbeitslose. Er/Sie ist arbeitslos, weil er/sie seinen/ihren alten Job verloren hat. Sie sucht einfach nur irgendeinen Job, hoffte am Anfang noch den selben Job in einer anderen Firma zu finden und ist deprimiert das es jetzt schon seit Monaten und Jahren nicht funktioniert. Sie findet dann ein Jobangebot (vielleicht knapp mehr als der Hartz IV – Satz), aber sie möchte einfach nur arbeiten und nimmt den Job. Ihr Ziel ist es (interessant das ich dabei von einer Frau spreche ?!) einfach nur aus dem “Dauer-Sonntag”-Programm zu entfliehen und ein geordnetes Leben auf eigenen Beinen zu beginnen. Vielleicht spielt ja auch noch ein wenig die Scham eine Rolle, denn es ist nicht gut fürs Selbstwertgefühl, wenn man weis das sein Leben von anderen bezahlt wird. Dieser Typus ist der von der Agentur für Arbeit und von den POlitkern geliebter Typ.

Kommen wir nun zu dem Typ, der dazwischen liegt, der von den Politikern gerne als Problemkind genannt wird und dem man unbedingt helfen muss. Er ist der Typus der dauerarbeitlos ist und keine Lust hat mehr zu arbeiten. Er ist soweit von jeglicher Anspruchshaltung an das Ich entfernt (entweder aus Trotz, oder aus Resignation oder einfach nur aus Provokation), dass er einfach keinen Bock hat mehr zu arbeiten. Er wird mehr von den Steuerzahlern als von den Politikern “gehasst”, da er für die Politiker immer noch “nützlich” ist.

Der dritte Typus ist dann jener, der den Politikern am Meisten missfällt, der aber von den Menschen noch ein bisschen Anerkennung bekommt (wenn es nicht gerade Konservative Brocken sind). Es sind meistens Facharbeiter, die entlassen wurden und in Ihrer Branche keine Arbeit mehr finden, weil die Arbeit zu diesem Lohn nicht zu haben ist (weniger akzeptieren sie nicht, da sie stolz sind und/oder Netto weniger dabei rum kommen würde – kann ich verstehen). Sie gehen zu Jobangeboten und hören sich alles an, um dann abzulehnen und den Bescheid dem Arbeitsamt zu geben. Doch sie leben eigentlich viel besser, weil unter der Hand verkaufen sie Ihre Dienstleistungen dann doch (für einen niedrigen nicht besteuerten Lohn – quasi dem Clearing Price) und erhöhen somit ihr Netto ordentlich Hartz IV + Minilohn macht dann doch mal gut und gerne mehr als nen Tausender. Es ist auch ein Mythos, dass dies nur arme KFZ-Mechaniker sind, es gibt sie auch in der Form des Akademikers.

Die Politiker hassen diesen Typus, da er Ihnen Geld vorenthält und sie versuchen das Volk gegen ihn aufzustacheln. Doch ähnlich wie beim Hass auf die Spekulanten wird vergessen, dass durch diese Tätigkeit nur eins gezeigt wird: Der Staat ist ungerecht und muss sich ändern – nicht der Mensch.

Und deshalb kann ich auch auf keinen dieser Arbeitslosen böse sein. Es sind Menschen wie wir und sie machen das was sie können innerhalb eines ungerechten Systems. Es sind nicht die Arbeitslosen, die böse sind, sie machen nur was die Anreize ihres Bosses (nicht dem deutschen Wahlviech) – der Staat – ihnen gebietet. Menschen werden sich nicht ändern, Gesetzmäßigkeiten der Politik können sich jedoch ändern!

Desertec – Ein Kommentar

Der Spiegel hat in seiner Printausgabe vom 17.05.2010 eine erstaunlich sachliche Dokumentation des Desertec Projektes gebracht. Das erinnert mich wieder daran, dass die Printausgabe von jeher besser war, als das was unter dem Branding “SpiegelOnline” an kreativem Schreiben gepostet wird (Journalismus wäre dann doch zu viel gewesen).

Ganz richtig beschreibt der Autor das Projekt als teuer und viel langsamer in der Umsetzung, als von der Öffentlichkeit gedacht. Auch die beteiligten Unternehmen, die vom Desertec-Erfinder als “der Teufel” beschrieben werden (was wiederum den Physiker der Desy als linken Marxisten entlarvt), scheinen nicht wirklich daran zu glauben, denn die Investitionen sind unter Vorbehalt. Was ist der Vorbehalt?

Die immensen Investment-Kosten sollen hauptsächlich von den Regierungen Europas getragen werden (und sonstigen Umweltfunds). Dafür soll der Strom dann so günstig werden wie aus Windparks, natürlich mit den selben rigiden Einspeisungspreisen und Abnahmegarantien. Man möchte also am liebsten die Liberalisierung des Energiemarktes rückgängig machen. Wieder einmal wollen große Unternehmen eine Monopolstellung sichern. Dies ist auch der einzige Grund, warum sie an dem Projekt festhalten, denn Konkurrenz ist immer der schwierigere Weg gegenüber Lobbyarbeit.

Deshalb macht auch das 8-köpfige Desertec-Planungsteam nichts weiter als Lobbyarbeit in Brüssel und Berlin zu betreiben. Und wer wird am Ende leiden? Natürlich, der Bürger, der diese Luftnummer im Endeffekt mit viel Geld bezahlen muss.

Ein kleiner Ausblick in die Zukunft liefert Spanien, deren Solarinitiative exakt jene Kraftwerke vorbringen soll, die man in Desertec weiter einsetzen möchte: Solarthermie.

Der Ausmaß des Schwindels ist dabei allein schon in Spanien riesig. Manche Betreiber von “Solaranlagen” generieren ihren Strom mittels Dieselgeneratoren und geben einfach nur vor “Solarenergie” zu kreieren, da man diese für 20-30 ct/kWh verkaufen kann (Dieselkosten: 4-5 ct/kWh).

Andere Kraftwerke schreiben nur schwarze Zahlen, weil sie (ähnlich wie die Deutsche Bahn) gnadenlos subventioniert werden. Dieser Zustand kann aber nicht lange anhalten, da sich keine Volkswirtschaft so etwas leisten kann. Die Folgen spüren gerade die Spanier, deren Wirtschaft in einer außerordentlichen Schieflage ist.

Ein Beispiel für den aufwendigen Betrieb solcher Anlagen. Die Spiegel zur Bündelung der Sonnenenergie müssten täglich 24-h lang gereinigt werden, dass die Effizienz gleichbleibend hoch ist. Dies erhöht natürlich die laufenden Kosten ungemein und macht es zu einem sehr schwierigen Projekt, sollte es denn in der Wüste realisiert werden.

Und dann wären da die ökonomischen Auswirkungen, Spanien hat im Durchschnitt für jeden “Green Job” in der Solarindustrie 2,2 Jobs in der fossilen Branche verloren, hierbei ist nicht nur der Verlust auf Grund der Konkurrenz (und Steuervorteilen) gemeint, sondern eben auch die Resultate aus veränderter Kreditvergabe, Rückgehender Nachfrage bei Subunternehmern der klassischen Kraftwerksbetreiber und die Folgen von höheren Energiepreisen, welche alle anderen Branchen trifft.

In Spanien haben sie hierbei noch Glück, denn die Wirtschaft ist halbwegs solide. In Italien verliert man 6 Jobs pro grünem Job, eben weil dort Ineffizienz und Schattenwirtschaft sowie Korruption an der Tagesordnung sind.

Auf diese Probleme kommen noch einmal ein Haufen weiterer Hindernisse. Sie reichen von der regional-politischen Stabilität im Norden Afrikas, bis hin zu Investitionskosten in die Infrastruktur und die Vereinbarung mit den EU-Regularien.

Doch eines der Hauptprobleme wird nicht der Transport des Stromes sein (am ehesten über Gleichstromleitungen im Norden Marokkos), sondern die Speicherung. Es bringt nichts, wenn zwar tagsüber Strom verfügbar ist, aber er Nachts ausfällt, weil die Sonne nicht scheint.

Die Lösung hier sind riesige Druckspeicher, denen Sicherheitsbedenken anhaften und deren Realisierung teuer wird (bei niedrigem Wirkungsgrad).

Alles in allem ist das Projekt traurige Traumschlägerei. Stattdessen sollte man lieber auf gängigere, mögliche und zukunftsorientierte Methoden und Möglichkeiten setzen. Eine wäre die moderne Atomkraft, deren Reaktoren wesentlich ausgereifter sind und mehr Energie aus der Tonne Uran ziehen können als die letzte Generation. Diese Kraftwerke sollten begleitet werden mit Versuchen die radioaktiven Abfälle zu neutralisieren (biologischer Abbau oder eventuell Zweitverwertung in TWRs).

Doch auf der Kohlekraftwerk-Front gibt es noch Möglichkeiten. So kann man (wenn man nun unbedingt CO2 weiter reduzieren mag) anfangen das CO2 raus zu filtern und zu sequestrieren.

Quote of the Day

“Cauliflower is nothing but Cabbage with a College Education.” – Mark Twain

I always wonder if academia is somehow what Rawls truly meant when he developed the Veil of Ignorance. Counter to his words, this veil is used to keep the public ignorant about certain scientific subjects by the means of employing cloak words and add unnecessary complexity in writing.

Thursday, May 20, 2010

Quote of the Day

Mark Twain:

Keep away from people who try to belittle your ambitions. Small people always do that, but the really great make you feel that you, too, can become great.

Wow, wie treffend! Und vielleicht die interessanteste Beschreibung von Ayn Rand und Terry Goodkind. Beide haben diese Eigenschaft und das macht sie zu etwas besonderem.

Manche behaupten, dass sie einen arrogant machen und deshalb nur für Teenies geeignet wären, denn alle anderen würden darüber stehen. TUn wir das wirklich? Braucht man nicht auch mal als Erwachsener in schwierigen Zeiten eine Egopatsche auf der Schulter?

Wednesday, May 19, 2010

Zivildienst Ciao?

Eigentlich wollte ich ja wirklich noch etwas dazu schreiben, aber nachdem ich mir im Spiegel die beiden Argumentationen angeschaut habe, gibt es dazu nicht mehr viel zu sagen. Allein das jeder sich selbst ein Bild davon machen soll, was er sinnvoller findet (auch von der Argumentation her) und das ich hier kurz meine Zusammenfassung des Textes einfüge:

Pro-Summary:

- Verringerte Zeiten sind nicht mehr ökonomisch, da Zivi nicht produktiv
- Schulung ist zu aufwendig
- Umstieg auf Freiwilligendienste
- Wegen Alterung der Bevölkerung braucht man künftig mehr Arbeitskräfte (billige?). Fachkräfte Mangel in der Pflege ist heute schon akut. Männer gehen seltener in Pflegeberufe!
- Lebenserfahrung für Jugendliche (schwere Arbeit mit menschlichem Leid) ist wertvoll
- Generationenvertrag im praktischen

Contra-Summary:

- Schon früher Kürzungen und das Pflegesystem hat es überlebt
- Verkürzung von 9 auf 6 Monate ist nicht sehr drastisch (d.h. Effizienzsteigerung beim Einlernen sollte es ausgleichen)
- Zivildienstschulung ist Unsinn, Beispiel in YouTube Videos
- Eigentliches Ziel Ausstieg aus der Wehrpflicht soll vorbereitet werden
- Ungerechtigkeit beim Einzug des Wehrdienstes (Zwangsdienst) müssen ausgebügelt werden.
- Historische Überholtheit, da der kalte Krieg zu Ende ist.
- Grundgesetz schreibt nicht die Grundsicherung des Pflegesystems vor, nur Landesverteidigung
  -> Zweckentfremdung
- FSJ ist im Aufwind und kann durchaus Zivildienst ersetzen
  -> Alte und Schwache werden nicht alleine gelassen
- Entlohnung der FSJler durch Anrechnung von Wartesemestern

Wer meine Texte liest, der weis schon, dass ich generell das letztere bevorzuge, wobei ich nicht sicher bin, ob ich erfreuter darüber bin, dass FSJler den Part übernehmen sollen. Solange dies kostenneutral geschieht und nicht einfach eine Ersatzsubvention für den Zivildienst darstellt, ist dem eigentlich nichts entgegen zu setzen.

Elektromobilität – Antworten auf Spiegel-Leserbriefe

Ist Elektromobilität machbar? Dazu hab ich schon öfters auf diesem Blog kommentiert (u.a. hier und hier). Jetzt möchte ich nicht noch einmal die Grundlagen wiederholen, sondern einfach nur ein paar Einstellungen kommentieren.

Leserbrief #1:
Prototypen von Elektroautos werden als Sportwagen eingeführt [siehe: Tesla (Anm. d. Redakteurs)] und präsentiert, anstatt als Allerweltsauto (Golf/Astra). Gleichzeitig ist Infrastruktur für das Aufladen einer Batterie kein Problem, da Länder wie Kanada (kalt) dies schon getan haben.
Bei der Ladestation ist mir nicht klar, ob er damit eine bestehende Infrastruktur meint, oder eben nur ein paar vereinzelt aufgestellte Stationen? Oder ob es ihm um die Problematik der Temperatur geht, was wiederum weniger die Ladestation als die Batterie im Auto betreffen würde.

Wie jetzt ein E-Auto am besten eingeführt werden kann, darüber lässt sich streiten. Durchaus sind Premiumkunden nämlich eher bereit mal 2-3 k€ mehr zu bezahlen, um eine überlegene Lösung zu kaufen, die mehr Komfort verspricht. Auf dem Kompakt- und MIttelklasse Niveau bis hin zum Kleinwagen werden jedoch ganz andere Maßstäbe gelebt. Subventionen könnten zwar hier den Verkauf beschleunigen, bei Wegfall bricht diese Nachfrage jedoch wieder ein. Gleichfalls würde dies bedeuten, das der Staat sich NOCH weiter verschuldet, was im momentanen Klima nicht möglich ist.

Leserbrief #2:
Um Autofahrten über lange Strecken bei kleinen Batterien zu ermöglichen sollten auf Fernstraßen und Autobahnen Stromschienen verlegt werden, in die man sich bei der Auffahrt einklinkt.
Interessante Idee, es hakt jedoch an zwei Stellen. Erstens wäre es die Zuverlässigkeit einer mechanischen Verbindung zwischen einem stationären Objekt (Straße) und einem sich bewegenden Objekt. Es ist zwar prinzipiell möglich hier eine Lösung zu finden (Seil oder starrer Stab + Magnet oder “Schienenkontakt), aber das Mitfahren in einem variablen Fluss mit Überholvorgängen (der Vorteil des Autos vor einem Schienenfahrzeug) ist schwer bis gar nicht zu realisieren.

Nebenbei wären die Investitionskosten enorm und schon heute werden ja Autobahnen nur noch notdürftig geflickt, Bundesstraßen kaum bis gar nicht. Jetzt stelle man sich dies mit einer Präzisionskupplung vor, die immer auf bestem Stand bleiben muss!

Als Alternative könnte ich jedoch anbieten, dass man statt auf direkte Stromübertragung einen Induktionsübergang konzipiert. Auch hier stellen sich jedoch einige Probleme, die nicht einfach zu lösen sind: Höhe des magnetischen Felds und seine EMV, Transformation der nötigen Spannungen und Ströme und der Energietransport in den straßenseitigen Induktionslinien. Denn je weiter man von der Einspeisestelle entfernt ist, desto schlechter wird die Effizienz und die mögliche Energieabnahme. Gleichfalls reduziert sich mit Anzahl der Teilnehmer die Möglichkeit Strom abzunehmen, d.h. das System würde eventuell stark volatile sein.
Leserbrief #3:
Es werden die Wirkungsgrade von Verbrennungsmotor und Elektromotor verglichen. Das ist aber nicht akzeptabel. Der Verbrennungsmotor ist ein mobiles Kleinkraftwerk, der Elektromotor nur ein Wandler innerhalb der Krafterzeugung (quasi ein Umweg).
Weshalb der Elektromotor beim Hybriden ja auch unter das Getriebe fällt, da es die Übersetzung von der VKM zum Rad anpassen kann, wenn er seriell betrieben wird (siehe auch Diesel-elektrische Lokomotiven). Die Betrachtung der Wirkungsgrade sollte immer auch die ENTSTEHUNG der Energie mit betrachten (Well to Wheel Performance). Während also elektrische Energie durch Wärmekraftwerke (großteil) hergestellt wird und dann in einer Batterie zwischen gespeichert wird, bevor sie in den E-Motor kommt, muss aus Rohöl raffinierter Diesel oder Benzin hergestellt werden, dass dann über den verlustärmeren (!) Tank in die VKM gepumpt wird, ABER danach noch einmal im Getriebe Verluste enthält.
Welche der beiden Methoden jetzt besser ist, hängt im großen und ganzen von der Art der Stromgenerierung und des Wirkungsgrades der VKM und Getriebes zusammen.
Leserbrief #4:
Kosten-Nutzen-Denken zeigt, dass nur der serielle Hybrid eine veritable Lösung ist. Er bringt die Vorteile des Elektromotors zum tragen. Radnabenmotoren sollten bevorzugt werden, da mit ihnen auch die Bremsfunktion realisiert wird (ESP etc.).
Die Frage stellt sich, warum Toyota einen Leistungsverzweigten Hybriden einem klassischen seriellen (Eisenbahn) Hybriden vorgezogen hat. Nun, hier sind mehrere Bedenken einbezogen worden. Erstens kennt man sich mit mechanischen Produkten besser aus, d.h. sie sind generell zuverlässiger. Zweitens können Verluste bei einem mechanischen Getriebe sehr gering ausfallen, wenn es gut gelöst ist. Die Idee beim Prius war, dass er bei geringen Geschwindigkeiten elektrisch fährt und bei großen Geschwindigkeiten mit der VKM. Der Vorteil hierbei liegt darin, dass der Elektromotor kleiner dimensioniert werden kann, man nur einen braucht und insgesamt Kosten und Gewicht gespart werden, da ein mechanisches Getriebe bei hohen Umdrehungszahlen sehr gute Wirkungsgrade erreicht!
Der Volt wäre ein klassisches Beispiel für einen seriellen Hybriden, da der Verbrennungsmotor nur die Batterie lädt und der große Elektromotor effizient die Energie auf die Straße bringt, damit kann er aber zu weilen auch ineffizienter als ein VKM + mech. Getriebe sein, allerdings nur punktuell. Problem ist hier die relativ hohe Masse, auch wenn man Radnabenmotoren nimmt. Die Regelung der Motoren (mehr Motoren, mehr Regeltechnik) muss wesentlich ausgereifter sein und eventuell redundant bzw. sicherheitsaktiv ausgelegt werden.
Auch ein paralleler Hybrid würde sich (ebenfalls als eine Art Range Extender) anbieten. Hierbei würde der VKM in seinem Bestpunkt fahren und entweder über ein Getriebe direkt auf die Straße speißen, oder bei Überschuss an Leistung teilweise auch in einen Batterie/DSK-Speicher. Der elektrische Speicher wird dann wieder geleert, wenn der Verbrennungsmotor die Beschleunigungsleistung nicht mehr aufbringen kann, das sieht dann wie folgt aus:
BSLeistungen

Wenn man mal von der fehlerhaften y-Achsenbeschriftung absieht, erläutere ich kurz das Diagramm (Es müsste korrekterweise Leistung in W heißen). Die Leistung ist dabei die vom Auto  benötigte Energie zu diesem Zeitpunkt (man sieht das Beschleunigungsfahrten in kurzer Zeit viel Energie verbrauchen – hohe Leistung). Die Motorleistung wird konstant gehalten, während der Speicher (HS – grün) immer dann einspringt, wenn gebremst wird oder beschleunigt. Beim Beschleunigen ist es dann Leistung = Motorleistung + HS-Leistung und beim Abbremsen ist es HS-Leistung = Leistung – Motorleistung.
Letztlich ist es eine Frage davon, wo man seine Schwerpunkte setzt: mechanisches Getriebe (ja/nein?), Gewicht (hoch/tief?), Anzahl und Größe Motoren (hoch/klein – elektrisch/chemisch?), Komplexität Leistungselektronik (hoch/tief), Art des Energiespeichers (DSK/Batterie?).

Leserbrief #5:
Beschwerde das der Artikelschreiber noch nie einen leisen, kundenfreundlichen, harmonischen, ruckelfreien Prius gefahren ist. Planetengetriebe als Verteilergetriebe (mit 3 Ein-/Ausgängen), Generator, Millermotor und E-Motor sind dauernd im Eingriff. Vorwurf das Deutsche keine Ahnung vom E-Motor haben, weil sie Flachscheibenmotoren verwenden. Diese Motoren sind im Wirkungsgrad abhängig vom Spalt zwischen Rotor und Strator.
Nun bin ich selbst schon mit einem Prius gefahren, und so toll sich die Technik anhört, sie hat in der Praxis im Kleinwagen erhebliche Probleme. Der Platz ist begrenzt durch die beiden Motoren, die Kabine ist zu eng, und bei Autobahnfahrten merkt man dem schwachbrüstigem Motor deutlich an, dass er an der Grenze der Leistungsfähigkeit ist (Boostfähigkeit?!).

Eigentlich ist der Millermotor im Prius auch kein Millermotor sondern ein Miller-Atkinson Motor, aber das ist eine Trivialität. Das ein Planetengetriebe 3 Elemente hat und damit theoretisch 1 Eingang und 2 Ausgänge, oder 2 Eingänge und 1 Ausgang ist auch nur für technisch unbedarfte wichtig (3 Ein-/Ausgänge ist nicht ganz richtig, da es niemals nur 3 Eingänge oder 3 Ausgänge gibt ^^).

Während es in der Tat so ist, das z.Z. das Know-How bei deutschen Autobauern fehlt, stimmt es nicht, dass es in D kein Fachwissen über hochdrehende Motoren gibt. Das Problem ist, dass man ja gerade keine hochdrehenden E-Motoren mag, da man sich das Getriebe sparen möchte (serieller Hybrid). Wenn ein Motor nur dann effizient ist, wenn er bei mehreren Tausend Umdrehungen betrieben wird, dann lohnt sich der Einbau nicht. Die Umdrehungen am Rad sind zwischen –6000 bis +6000 1/min. Es bedeutet, dass der Motor effizient im gesamten Spektrum bleiben muss, da er ja auch bei Fahrten in der Stadt (n ist klein) effizient sein muss. Beim Prius trifft vor allem letzteres zu, jedoch kann hier ja mit dem Planetenrad ein bisschen gefeilt werden.
Vorteilhaft wäre auf alle Fälle ein kontaktfreier, d.h. verschleißarmer, Elektromotor, z.B. Reluktanzmotor, oder ein Drehstrommotor. Diese sind aber entweder noch in der Erprobung (auch international), oder sie sind auch in Deutschland in hoher Qualität verfügbar (ABB, Siemens etc.). Ein gutes Beispiel für kleine, schnelldrehende und effiziente Motoren sind Bohrgeräte und hier ist Deutschland durchaus für Qualität bekannt. Bei Gleichstrom hat die Art des Gleichstrommotors übrigens auch eine Einfluss auf die Verwendungsweise, da Neben- oder Reihenschluss bis hin zur Fremderregung andere Kurven und andere Steuerungsmöglichkeiten ergeben.

Deflation – Ein Problem?

In den Medien wird derzeit versucht die Gefahr der Inflation (bzw. der Hyperinflation) herunter zu spielen, und dafür das Gespenst der Deflation aufzubauen. Sinkende Preise würden wesentlich härter sein, da sie in eine Liquidity Trap führen.

Der normale Bürger denkt natürlich erst einmal, sinkende Preise, supi, hab ich mehr Geld und kann mir mehr kaufen. Dies ist intuitive richtig, jedoch setzen die Keynsianer und somit der Mainstream heute entgegen:

Das mag für einen kurzen Zeitraum stimmen, dann werden sich jedoch Unternehmen und Bürger denken: “Moment, das bedeutet ja dann, dass ich in 2 Jahren mehr Geld habe, wenn ich mein Geld jetzt NICHT ausgebe (also Währung in Waren umtauschen)”. Dies würde natürlich dazu führen, dass weniger Geld zirkuliert und die Nachfrage schwindet. Die Krise würde sich natürlich verschlimmern, gleichzeitig würde auch keiner mehr Kredite kaufen. Für vorher gekaufte Kredite wird es noch schlimmer, denn zusätzlich zu den zu bezahlenden Zinsen erhöhen sich die Kosten jährlich um die Deflationsrate. Nach allgemeiner Meinung kommt die Wirtschaft in eine Deflationsspirale und könnte zusammen brechen.

Doch ich glaube auch dies nicht, denn es gibt in der Geschichte genug Beispiele, in denen Deflation herrschte und TROTZDEM Wirtschaftswachstum anhielt, oft war dies jedoch mit harten Währungen wie Gold/Silber etc. verbunden.

Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten, dass Deflation entsteht: Bei harten Währungen durch technischen Fortschritt und damit der Verbilligung der Produkte, Bei Fiat-Währungen hauptsächlich durch Verknappung der umlaufenden Geldmittel und durch Halten von Währung bzw. einem Rückgang der Geschwindigkeit des Geldumlaufes.

Doch ich sehe das etwas differenzierter, da ich in erster Linie vom Konsumenten argumentiere und damit aus Keynsianischer Sichtweise. Das Groß der Bevölkerung wird die Grundmittel des Lebens trotz dem kaufen, d.h. sie werden weiterhin Essen kaufen, sie werden weiterhin Autofahren und weiterhin in Mietwohnungen wohnen. Man wird weiterhin heizen, elektrischen Strom nutzen und all das machen, was zum eingelebten Lebensstandard gehört. Unternehmen werden sicher stärker darauf achten, wie sie Ihr Vermögen verwalten, jedoch werden sie immer noch den Bedarf der Bevölkerung decken (den auch ihre Profite werden ja durch die Deflation erhöht). Die schwierige Frage ist, wie sieht es mit Luxusgütern und Finanzprodukten aus. Denn auf unnötige Dinge, wie einen Maybach oder ein Boot könnte durchaus verzichtet werden, um stattdessen mehr Geld zu sparen.

Kredite sind ein schwieriges Thema, jedoch denke ich, es ist nicht so schlimm, wie man es sich vorstellt. Es kommt auf folgendes an:

a) Die Höhe der Deflation, je niedriger, desto weniger Einfluss hat sie (gleiches gilt für die Inflation)

b) Das Verhalten der Banken bzw. die Möglichkeit ihr Kreditwesen daran anzupassen.

Wenn man Deflation hat, ist die Frage, ob man als Bank überhaupt noch groß jährliche Zinsen auf seine Kredite erheben mag, da sie ja quasi implizit sind. Man könnte sogar von einer Konkurrenzsituation sprechen, und sagen das man auch einen negativen Zins einführen könnte und immer noch “Gewinn” macht.

Alles hängt jedoch, wie bei der Inflation, vom Vertrauen in die Konstanz ab. Ist die Deflation über Jahre konstant, dann kann man damit planen und die Wirtschaft läuft weiter wie bisher (unter anderen Konditionen). Wenn jedoch die Zukunft als dynamisch und unvorhersehbar prognostiziert wird, dann kann dies durchaus dazu führen, dass Deflation die Wirtschaft erst einmal ins straucheln bringt und long-term Investment im Vergleich zu short-term Investment vernachlässigt wird.

Hier wären dann jedoch eindeutig harte Währungen im Vorteil, die weniger abhängig von diesen Fluktuationen sind, da ihnen dieselbigen schon immanent sind.

Wird dies Krisen und Bankrotte vermeiden? Nein, aber gleichzeitig ist Deflation, meiner Meinung nach, nicht so schlimm, wie es immer beschrieben wird. Es kommt nur auf die Rahmenbedingungen an.

Tuesday, May 18, 2010

Nazis, Hitler und das UK

Gerne wird man ja als Kraut beschimpft und bekommt mal eine erhobene Hand als Hitler-Gruß von betrunkenen Engländern, die sich dann auch gerne über den verlorenen Krieg der Deutschen lustig machen. Nun ja, damit muss man wohl als Deutscher leben, denn kommentieren oder gegen reden lassen sie ja nicht zu.

Dabei zeigt dies doch nur zwei Dinge:

a) Die Englische Jugend trinkt zu viel und lästert gerne über andere (und nebenbei werden Pakistaner verprügelt).

und b) Sie haben eine schlechte Ausbildung oder legen keinen Wert auf historisches Wissen.

Sicher war der Judenhass in Deutschland außergewöhnlich, weniger in seiner Existenz sondern in der makabren Effizienz in der er in einer “Endlösung” mündete. Man muss hier durchaus zu geben, dass kaum ein anderes Land eine ähnliche Bilanz aufweisen kann und eine ähnliche Systematik.

Dennoch, wenn es um reinen Judenhass geht, dann gibt es Beispiele aus ganz Europa. Im Mittelalter wurden Juden in den meisten Städten nur geduldet, oft verpönt und persönlich angegriffen.

Eine der größeren Judenhatz’ wurde übrigens in London, England betrieben. Richard I Coeur de Lion (Lionheart für alle franz. Unbedarften) wurde gekrönt (1189) 10 Jahre bevor er starb und lies für die Krönung alle Juden von der Feier entfernen. Dennoch bekam er danach von einigen Juden teure Geschenke überreicht, die er auch annahm. Der Rauswurf der Juden jedoch wurde als Anlass genommen, dass alle Juden verschwinden sollten, zumindest sah der Pöbel es so. Die Folge war eine Reichskristallnacht in London, die erst durch ein Edikt Richards beendet wurde.

Und dennoch glauben sich die Engländer überlegen, glauben sie würden so etwas nicht machen. Sie wären nicht so judenfeindlich. Ja, heute sind sie das vielleicht nicht mehr, aber fragt mal die Pakistani wie sehr sie sich akzeptiert fühlen…

Transaktionssteuer – Das Gute und das Schlechte

Was, mag man jetzt denken, der meint es gibt was gutes an dieser Steuer? Ja, und zwar das die SPD darauf pocht Europa durch ein Volksbegehren abstimmen zu lassen, dass finde ich ist eine fairere direkt demokratische Lösung. Ist deshalb die Steuer gut? Nein, natürlich nicht, sie ist Schwachsinn von halbgebildeten Politikern und dann auch noch dieser Hedgefond-Registrationsklamauk. Ich als Brite würde da auch nicht mit machen wollen.

Die Folgen sind eklatant, neben einer Abwertung des Finanzstandortes Europa für internationale Investoren wird es noch andere Folgen haben. Sparen auf die private Rente wird teurer (könnte sogar die Rendite aufessen), wenn einmal Zahlungen taxiert werden. Gleichzeitig werden die Kosten durch Fast Trading (das dadurch verhindert werden soll) einfach auf die Kunden, sprich den Pöbel, also uns, umgelagert. Am Ende zahlen wir also eine neue Steuer, während die Banken mit dem Kopfschütteln ob der Ineffizienz und die Regierung so tut als hätte sie ein Meisterwerk vollbracht.

Und selbst wenn Fast Trading vom Sekunden- in den Minuten-Takt wandern würde, dann würden sich gleichfalls höchstens die Summen ändern. Eine weitere Folge könnte die Volatilität der Preise betreffen, d.h. sie würden auf längere Sicht stärker schwanken, da notwendige Ausgleichsvorgänge ausbleiben.

Das Lustige ist das die eine Hälfte der Leute das fressen und die andere Hälfte denkt es geht noch nicht weit genug, man müsste es verbieten.

Hier ein Beispiel:

Diese Befürchtungen hatte man auch beim Durchsetzen der Umweltstandards. Sie würden die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie schwächen. Das Gegenteil ist richtig. Der Export boomt!

Öhm, und warum boomt der Export? Richtig, andere Staaten (GB, Japan, China, USA) investieren in Solar- und Windkraftanlagen, dabei werden Subventionen (direkt und indirekt) gegeben um sie ökonomisch möglich zu machen. An was erinnert das? Genau, an den Häuserboom, bei der auch der Staat immer wieder Zuschüsse oder Kredite vergeben hat. Jeder Mensch braucht ein Eigenheim war die Kampfansage. In der Solarindustrie ist es jedes Haus hat ein Recht auf Solarzellen. Am Ende wird auch hier die Blase platzen, wie schon der dot-com Boom zu ende ging, als Nüchternheit über Luftschlösser siegte.

Sportüberblick – Fussball und Co.

Schade für Bayern, aber nicht überraschend, Ribery ist auch im CL-Finale gesperrt und verpasst somit die Chance seiner Karriere. Die Entscheidung des CAS war nicht überraschend, haben doch solche Gerichte die Eigenart ihre Förderverbände zu schützen und diese sind meist parteiisch für das eigene Land.

Michael Ballack kommt nicht mit zur WM, das ist schade, aber auch kein Beinbruch (war ja nur der Fuß). Gott sei Dank haben wir ja in der Zwischenzeit genug Junge Fußballer, die dort einspringen können. Mein Tipp wären entweder Kheidira von Stuttgart mit Schweinsteiger als Ballack-Part oder vielleicht doch schon Kroos.

Im Tennis ist wieder einmal ein Mammut-Finale zu Ende gegangen und wieder blieb Nadal Sieger über Federer in Madrid und wird damit auf den zweiten Platz hinter dem Ausnahmetennisspieler und Schweizer ziehen. Auch wenn ich ein Fan von Federers exzellenter Technik bin, ist Nadals Kampfgeist einfach überragend und das zahlt sich in solchen Matches auf hohem Niveau eben aus.

In der Formel 1 kommt Rüpel-Michi mal wieder raus und kassiert eine 20 Sekunden Strafe dafür, dass er bei einer Safety-Car Runde überholt. Natürlich ist er nicht alleine Schuld, denn das Team gab die Anweisung, allerdings hätte hier auch Erfahrung über Obrigkeitshörigkeit stehen können.

Frank Schäffler tritt als Obmann zurück

Prinzipientreu ist Schäffler schon, wenn er nach dem Beschluss zurücktritt. Ich kann ihn zu diesem Schritt nicht wirklich gratulieren, denn ein Rücktritt ist immer auch ein Verlust. Er war jedoch folgerichtig und irgendwer musste ja mal aufstehen und nein sagen.

Einen sehr guten Beitrag von ihm zu seiner Ablehnung des Währungsunion-Finanzstabilitätsgesetzes findet man beim A-Team hier.

Insider Trading – moralisches Fehlverhalten oder Notwendigkeit

Ja, ich berichte viel über wirtschaftliche Themen in letzter Zeit, aber das ist nur, weil die Entwicklungen auf der sozial-liberalen Seite nur noch depressiver sind. Nicht nur das Google einfach so private WLAN-Netze kartographiert und meint das wäre “Zufall”, gleichzeitig regt sich auch mal wieder die ÖR und wollen ihr Monopol ins Internet transportieren. Google zensiert in Deutschland mehr als in anderen Ländern (natürlich auf Antrag) und langsam aber sicher werden auch die letzten Reste der Meinungsfreiheit ausgeräumt (wie z.B. bei der Ausladung des Mohammed-Cartoonisten durch die ZDF).

Tja, und weil mir das zu depressiv ist, denke ich mir eben ich berichte über noch depressivere Themen ;) Zur Fussball-WM sollte es wieder etwas leichter zu gehen. Bis dahin beschäftige ich mich jetzt aber erst einmal mit Insider Trading.

Gerne wird Insider Trading als großes Problem dargestellt und so auch von den Regierungen auf Wunsch ihrer Wahlherde besonders gerne und stark verfolgt. Der Vorteil für die Politiker ist ganz klar, dass es einen Schuldigen gibt, den man mit aller härte des Gesetzes bestrafen kann und der auch noch in den Augen von Heinz und Kunz unmoralisch und in böser Absicht gehandelt hat. Soweit so schön und gut in der volkstümlichen linken Fantasie. Leider ist das sehr kontra-intuitive was hier wirklich passiert und warum ich glaube das die sicher grassierende moralische Verwerflichkeit durchaus einen Mehrwehrt hat, der dem Allgemeinwesen dient.

Was ist denn ein Inside Trader? Nun, es ist eine Person, die einen guten Einblick in eine Firma oder eine wie auch immer an der Börse notierte Institution hat und deshalb einen Informationsvorsprung vor allen anderen Marktteilnehmern. Dies bedeutet, dass er z.B. Aktien billig kaufen kann und dann, wenn die Firma ordentlich Gewinn macht, diese wieder verkauft. Natürlich kann er das auch in die andere Richtung, d.h. wenn die Firma kurz davor steht den Bankrott bekannt zu geben, dann kann er mit ordentlich Gewinn abstoßen, bevor die Firma den Bach hinunter geht.

Manche Beobachter sagen dann, er sei Schuld, dass die Firma in diese Probleme geraten ist, und dass er sich am Leid der arbeitslosen Angestellten bereichert hat (meist mit Millionen). Dies mag stimmen, doch wer mit klarem Verstand und etwas Egoismus dies nicht tun, wenn er die Chance hat (immer wieder werden solche Ausnutzer in Filmen und Büchern als Helden gehandelt!). Doch es geht hier scheinbar nur um die Höhe des erlangten Betrages, nicht darum, dass die Tat wirklich so verwerflich ist. Im Gegenteil, sie bewahrte wahrscheinlich eine Unzahl an potentiellen Aktienkäufern davor sich diese Schrott-Aktie zu zu legen, d.h. der Gesamtschaden ist geringer als er sonst wäre.

Natürlich gibt es auch Verlierer, aber was wäre denn die ethische Handlungsweise gewesen? Nichts tun und warten bis das Kartenhaus zusammenbricht und vielleicht NOCH mehr Leute in den Abgrund reißt? Etwas zu sagen ohne zu investieren? Wer würde es glauben bzw. es könnte ja auch sein, dass die Firma sich wieder fängt, dann wäre er seinen Job los. Nein, das Signal ist eindeutig, da er mit seinem eigenen Geld abgehauen ist: Geld spricht mehr als Tausend Worte.

Es ist sicher nicht schön, weder für die Angestellten noch für andere Aktionäre, die in die Firma investierten, aber es ist nicht so schlimm, dass er dafür verhaftet und ins Gefängnis gehört. Es gibt genug Scammer in Deutschland, die nie gefasst werden, es aber viel eher verdient hätten, denn sie haben keine gute Seite. Oder was ist mit Inkassounternehmern, sind die wirklich besser?

Ethisch-moralisch ist es sicher nicht lupenrein sich am Leid anderer zu bereichern, aber wenn man den gesellschaftlichen Schaden nimmt, dann ist ein Insider meist sogar eine Reduktion des volkswirtschaftlichen Schadens. Er gibt ein klares Preissignal vor und zeigt allen an: hier gibt es ein Problem. Für diese Arbeitshandlung heimst er einen Batzen Geld ein, aber das wird ja wieder zum Nutzen der Bevölkerung angelegt, denn ein solcher Mensch schläft nicht auf einem Haufen Gold, er investiert. Diese Investition gehen dann in gesunde Unternehmen, die dadurch ihr Geschäft ausbauen können und letztlich mehr Leute einstellen, vielleicht sogar jene aus dem kaputten Unternehmen…

Further Reading:

What’s Wrong about Insider Trading? – Doug Bandow, CATO

Irland – Musterbeispiel für falsche Anreize

Dieser Artikel von Morgan Kelley auf VOX ist meiner Meinung nach eine sehr gute Zusammenfassung was in Irland und in den USA zur Krise geführt hat.

Interessant ist hierbei dies:

However, driving the construction boom was another boom, in bank lending. As Figure 1 shows, back in 1997 when Ireland’s economy really was among the world’s best performing, Irish banks lent sparingly by international standards.

Es wurden wenige Kredite am Anfang vergeben bei hohem Wachstum. Das Wachstum kam vor allem aus den wettbewerbsfähigen Bedingungen in Irland, d.h. niedrige Steuern für Mensch und Firma.

Dann jedoch schien auch in Irland etwas schief zu laufen, es wurden plötzlich mehr Kredite für Häuser ausgegeben, die daraufhin im Preis stärker stiegen als die Baukosten zunahmen:

This property slowdown was bad news for an Irish banking system which had lent, usually without collateral, an amount equal to two-thirds of GNP to property developers to finance building projects and make speculative land purchases.

Und die Blase platzte also, wie es zu erwarten war. Interessant ist, dass die Banken keine Hinterlegungen von den Kreditkunden erwarteten. Dies wird eigentlich nur dann der Fall sein, wenn ein 3. als Sicherheitsnetz einspringt, z.B. die Regierung.

Auch Morgan Kelley scheint der selben Meinung zu sein, dass die Krise von der Regierung nicht gut gemanaged wurde, da der Bailout verfehlt war (man hätte ruhig ein paar Banken untergehen lassen können). Gleichzeitig sieht er Irland aber noch auf der Seite der guten Länder, die mit soliden Lösungen wieder zurückkommen werden. Ich sehe das auch so, mit einer Einschränkung, nämlich das Wahlvolk. Wenn Irland einen Rutsch nach links macht, dann wird das die Irländer in Bedrängnis führen, denn es würden Aktionen folgen, die ähnlich durchdacht wären, wie der Griechenland-Bailout durch Deutschland und Frankreich.

HT Tyler.

Saturday, May 15, 2010

Politik gegen Markt – Merkel Edition

Das hatte unsere Chefin (Frau Kanzlerin) Merkel zur Krise zu sagen:

“In gewisser Weise ist es ein Kampf zwischen Politikern und den Märkten. So sehe ich das. Aber ich bin sicher diesen Kampf zu gewinnen!”

Interessant! Das schlimme ist jedoch, dass beim Streit zwischen Markt und Politiker es immer schon einen Verlierer gibt: den Untertanen. Den Politiker können so viel versuchen, wie sie wollen, am Ende gewinnt der Markt gegen bloße Worthülsen. Es war 1930 so, es war 1996 so und es war auch 2008 so. Und jedes Mal mussten nicht die Entscheider, die Politiker und Ihre gekauften Wirtschaftsbosse die Zeche bezahlen, nein, die Verluste wurden sozialisiert, d.h. Hinz und Kunz mussten alles zahlen (und müssen immer noch).

Politiker können nur für eine bestimmte Zeit gegen Markt gewinnen, es ist ein temporärer Scheinsieg und in dieser Zeit staut sich ein noch viel stärkerer Rückschlag an. Irgendwann jedoch gewinnt der Markt (bzw. die Vernunft) und das Traumland bricht zusammen und dann verlangt man von denen, die nichts dafür konnten, dass sie den Gürtel enger schnallen.

Ich weis nicht wer diese fürchterliche Frau gewählt hat (bestimmt eine der Minderheiten, die noch wählen gehen), aber das Resultat ist beängstigend.

Zuflucht vor der Krise

Ich höre immer wieder: “Investier in Gold, dass ist in der Krise sicher!” Oder wenn dann nicht Gold, dann doch Silber oder andere Edelmetalle. Ich bin vorsichtig dabei, denn sollte der Staat und die Währung zusammenbrechen, wer glaubt dann, dass vorher nicht alles Gold von den Staaten oktroyiert wird?

Nein, viel sicherer erscheint mir die Anlage des Vermögens in anderen Währungen, besonders in Kronen und Schweizer Franken. Beides sind relativ stabile Währungen und dürften auch eine große Inflation im Euro-Raum sehr gut überstehen. Solange Deutschland nicht wieder versucht in die Schweiz einzumarschieren…

Friday, May 14, 2010

PETA – It makes the John Birch Society looks sane

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Impressive list of wrong-doings and morally-grey behaviour and yet people trust this organisations, because they are NON-PROFITs….

Monday, May 10, 2010

Spekulanten, eine missverstandene Spezies

Ach wie gerne “bashen” doch die Medien und Politiker auf den armen Spekulanten herum, weil diese nicht die selbe Euphorie versprühen wie sie, wenn es zu einem Urteil über die Zukunft Griechenlands geht.

Es scheint zu einem Volkssport verkommen zu sein diese Leute zu zerschreiben, dabei machen sie nur das was sie sollen: Probleme aufzeigen und Worthülsen der Politik zerhauen. Sie sollen die Wahrheit finden, die hinter den Worten Bilanzierung und fiskale Rechnung stehen. Es ist immer schon ein Spaß der Herrscher gewesen den Hiobsboten zu zerfleischen, am liebsten noch den Spieß + Kopf an den Absender zurück.

Und so auch jetzt wieder, denn die Spekulanten setzen mit ihrem eigenen Geld, im Gegensatz zu Politikern und Medien, darauf, dass Griechenland eben nicht wieder kommt, trotz Bailout. Eben auch weil die anderen Staaten keinesfalls besser aussehen.

Die Frage ist, wem glauben die Leute, dem Schauspieler der Brandreden vom Rathaus schreit (ohne Rat zu wissen), oder dem Gläubiger, dessen Geld in dem Unternehmen über das er zu Rate zieht hängt. Die Frage stellt sich jedoch in der Modernen Demokratie nicht mehr, man glaubt natürlich dem Politiker und Journalisten, man weiss ja das diese altruistisch agieren (und auch mal Schifahrer überfahren)…

Denn wie Kassandra im alten Troja scheint keiner den Spekulanten glauben zu wollen, stattdessen macht man sie für die bösen Worte verantwortlich die man sagt. Er klärt sie für Spinner, die doch nur gierig noch mehr Geld scheffeln wollen. Mal sehen wer lacht wenn Troya (ähhh, Athen) brennt…

Griechenland Edition: Kevin Drum tastet sich an die Wahrheit heran..

Der Mother Jones-Publizist Kevin Drum hat in seinem letzten Beitrag einen wunden Punkt in Europa’s Rettungsversuche ihrer ersten gemeinsamen Währung nach dem römischen Dinar gefunden:

The €440 billion pledged by euro-zone governments isn't immediately available cash in hand. Instead, a specially created off-balance-sheet entity will borrow the money, as needed, and then lend it out to the country or countries in trouble. The special entity's borrowings will be guaranteed by euro-zone countries — excluding the country asking for aid. This construction helps skirt the EU treaties' prohibition on one state's assuming the debt of another....This portion would need approval by the parliaments of contributing countries, something that could delay a rapid payout of funds.

Wie er es richtig zusammenfasst kann dies die Einigkeit der Staaten in Europa noch weiter erodieren, gleichzeitig ist es auch eine “Watsche” ins Gesicht der Wähler und der EU-Bevölkerung im Allgemeinen. Es ist ein Konstrukt, dass nur für einen einzigen Zweck geschaffen wurde, eine EU-Verfassungsgrundlage auszuhebeln.

Wenn das nicht mal ein kreativer Weg ist das Wählervertrauen noch weiter zu untergraben…

Motive für die Auswanderung

Tja, immer mehr Menschen verlassen Deutschland (seit 2005 sogar mehr als einwandern) und dieser Trend wird sich bei der heutigen politischen und wirtschaftlichen Situation nur verstärken.

Doch welche Gründe hat es, sind es wirklich Steuern und Beruf, die einen dazu bewegen das angestaubte BRD-Bürokratietum zu verlassen? Nun, schauen wir mal bei destatis, dem deutschen Statistik-Amt, was denn die angegebenen Gründe sind. Im Gegensatz zum Gehalt sind hier die BRD-Bürger (EX-BRD-Bürger ;) ) wesentlich offenherziger:

Auswanderung_Gründe

Wie die Grafik zeigt, ist tatsächlich Beruf, Karriere und auch Steuern ein großer Antrieb. Allerdings auch Beziehung und Lust auf etwas Neues. Letzteres zeigt deutlich, dass innerdeutsch hier keine Alternative gefunden wird. Und wohin wandert denn der Deutsche aus?

EU-Länder bei Auswanderern

Zielländer

Hmm, dies ist schon schwerer zu lesen, ich würde behaupten Spanien/Frankreich/Italien sind hauptsächlich Auswanderungsorte auf Grund von Beziehungen. Aber schon Niederlande,Türkei, Polen und die UK sind von anderen Vorstellungen dominiert. Wenig überraschend ist die große Vormachtstellung der Schweiz, die das Sinnbild des modernen europäischen Staates ist, wie es damals in der Aufklärung ersonnen wurde: fortschrittlich in allen Bereichen ohne dabei das Funktionierende zu vergessen.

Auch international geht das Groß der Abwanderer in ökonomisch besser aufgestellte Länder, auch wenn diese in sozialen Bereichen nicht ganz so “liberal” sind. Es wäre interessant zu sehen, wer denn unter andere Zielländer fällt.

Das Fazit ist ernüchternd, zeigt es doch einen Trend zur Auswanderung auf Grund hoher Besteuerung und genereller Unzufriedenheit mit dem deutschen Markt und Staat.

Das Wunder Marktwirtschaft

Ich finde, es ist mal wieder an der Zeit die Marktwirtschaft zu loben, was leider selten genug geschieht. Dieses Mal möchte ich die unglaubliche Hartnäckigkeit loben, die diese Wirtschaftsform beschreibt. Denn es ist nicht selbstverständlich, dass man im Angesicht von Korruption, Barrieren und Hürden und einer kontinuierlichen Todesspritze noch solch außergewöhnliche Ergebnisse liefert.

Nehmen wir doch als Beispiel den Sozialismus/Kommunismus, d.h. die Planwirtschaft, selbst mit hoher Subvention aus allen Sowjetgebieten hat die DDR nicht einmal annähernd den Wohlstand der BRD erreicht (die gegen den Willen der Briten und Franzosen sich entfaltete).

Oder der Merkantilismus des Mittelalters, wo selbst Feudalherren nur knapp über die Runden kamen und die allgemeine Bevölkerung in schrecklicher Armut dahin darbte.

Doch dann muss man bemerken wie überaus erfolgreich die “freie” Marktwirtschaft in ihrer eingeschränktesten Form, dem europäischen Modell, ist. Die Leute können damit anständig leben und die Wirtschaft entwickelt sich, obwohl der Lohn zwischen 20 und 50 % besteuert wird, obwohl wir indirekte Steuern durch Mehrwertsteuer, EEG oder Mineralölsteuer zahlen. Die Steuerlast nimmt fast schon 70 % des erarbeiteten Lohns ein und dennoch, dennoch schafft es die hoch-effiziente Marktwirtschaft noch, dass es den Menschen Jahr für Jahr besser geht. Wann ist das Ende hierfür erreicht? Nun, die Politiker scheinen es testen zu wollen und Griechenland hat es scheinbar bewiesen.

Hat es das? Nein, denn was zusammenbrechen wird ist nicht die Wirtschaft, sondern die Griechenland AG, d.h. in diesem Fall der Staat. Die Marktwirtschaft wird sich nach dem Schock erholen, sicher nicht nach der Idee des Status-Quo, aber es werden sich neue Strukturen bilden und weiter geht's, denn Marktwirtschaft ist eine fortschrittliche Idee, die das beste im Menschen fordert.

Und deshalb sollte man ihr danken und sie loben, denn sie ist wir und unsere Kreativität (man könnte sagen ein Selbstlob) - ohne sie würde es uns heute dreckig gehen und wir könnten es uns nicht leisten 70 % des Gehalts zu verpulvern und dennoch gut zu leben.

Sunday, May 09, 2010

Wer sich aus dem Fenster lehnt…

Die SPD und Grüne und in ihrer Verlängerung die ganze linke Medienanstalt von SZ bis Spiegel bashen (um mal ein wenig Neusprech zu verwenden) die katholische Kirche und den Papst, wegen Pädophilie. Erst einmal kann man dem Papst selbst wenig Vorwürfe machen, dann schon eher einzelnen Missetätern, die es waren.

Generell find ich das jedoch ein wenig seltsam, denn es regen sich hier Leute auf, in deren Kellern selbst Leichen schlafen und zwar ganz ähnliche. Die Grünen können nämlich gleichfalls auf einige nicht ganz sauberer Geschichten in Ihrer Vergangenheit blicken, u.a. eine Nähe zu pädophilen Schwulenverbänden. Hält man das den Grünen heute noch vor, bzw. ist dadurch die gesamte Partei eigentlich verbotswürdig? Natürlich nicht, was für ein Schwachsinn.

Keiner der Verantwortlichen hat sich eines Vergehens schuldig gemacht und deshalb fallen alle diese Dinge unter Meinungsfreiheit. Dennoch sollten solche Personen immer sehr sehr vorsichtig sein den Zeigefinger zu erheben und dann nur auf eine Zielgruppe zu zeigen, die ihnen ideologisch opportun erscheint.

Gibt es Sachen an der Kirche zu kritisieren, keine Frage, vor allem die enge Verknüpfung mit dem Staat. Jedoch hat weder die Kirche noch der Papst wirklich die Stellung inne, die ihnen von ihren Feinden bescheinigt werden. Beide sind aussterbende Reliquien in Europa. Seit Jahrzehnten nimmt der Atheismus, der Buddhismus und selbst der Islam zu, die traditionelle christliche Kirche geht allerdings langsam unter. Das entschuldigt keine Verbrechen, aber es rechtfertigt auch nicht die Art und Weise in der man sich mit einer aussterbenden Institution beschäftigt. Etwas mehr Seriosität und genauere Betrachtung und weniger Verallgemeinerungen wären wünschenswert gewesen.

NRW-Landtagswahl: Ein Nachruf

Ein Debakel, titelt der Spiegel und auch andere Outlets, wie WeltOnline, sehen es ähnlich: Ein Debakel für die CDU und die FDP.

Man sollte hierbei jedoch nicht vergessen, dass die FDP sogar statistisch-insignifikant Stimmen dazu gewonnen hat (0,8). Die FDP war also nicht der GROßE Verlierer, sondern die CDU, welche 10 Stimmen verloren hat. Doch auch die SPD und Frau Kraft haben Stimmen verloren. Gewonnen haben die Linken Kräfte in der Republik, was nicht überraschend ist, ist doch das ehemalige Kohleabbaugebiet schon immer eher teil der linken Trendnadel gewesen (interessanterweise gibt es eigentlich außer dem Osten und Bayern kein Bundesland mehr, dass traditionell Rechts ist ^^).

Denn eben jene, die Grüne und die LInken haben am Meisten Stimmen hinzugewonnen (6,1 und 2,3) und das auch noch bei einer niedrigen Wahlbeteiligung von 62 %.  Bereinigen wir einmal die Zahlen, dann sieht die prozentuale Verteilung wie folgt aus:

Nicht-Wähler (NEIN zum Status-Quo): 38 %

CDU: 21,2 %

SPD: 21,1 %

Grüne: 7,6 %

FDP: 4,1 %

Linke:  3,3%

Das sieht doch gleich viel beschaulicher aus und zeigt einen Trend: 0-Bock auf die jetzige Art und Weise und ein Fehlen an Auswahl. Weder wollten die NRWler wirklich die soziale Rüttgers-CDU, noch die verräterischen Liberalen, die jegliches Rückgrat vermissen lassen (zumindest im Bund). Es war also wirklich auch eine Stellungswahl zur Regierungsweise, so verfehlt eine solche “Rache” auch immer ist.

Auch die SPD kann sich nicht wirklich freuen, wurde sie doch als Teil der Mitte gleichfalls abgestraft. Die einzigen Gewinner sind die klar links positionierten Grünen und Linken. Es zeigt gleichzeitig worauf die BRD in den nächsten Wahlen und Jahren hin schlittern wird. Wir werden zum Griechenland von morgen, das sich reformunwillig zeigt, da man auf die Versprechen von vor 30 Jahren setzt.

Insgesamt muss ich ein Fazit ziehen, dass düsterer nicht sein kann. Sicher könnte man sich hier herausreden, dass die Bürger nur den mangelnden Mut der Regierung und deren Griechenlandkurs kritisieren wollten, aber durch den Aufschwung von Links wird das eigentlich negiert. Denn die Linken wären die ersten, die den sozialistischen Griechen unter die Arme gegriffen hätten und die Grünen gleich hinter her. Sie hätten vielleicht die Industrie und Banken dazu mit verdonnert (wenn dann reißt man gleich alles in den Abgrund), dennoch hätten sie auch nicht anders reagiert.

Aber auch für NRW selbst wird dies eine Offenbarung sein und hoffentlich zu einer gründlichen Denkstunde für FDP und CDU führen, so dass sie noch einmal ihre verfehlte Strategie überdenken. Gleichzeitig wird NRW weiter in ihr Dilemma des Verweigerns gestürzt, dass ihnen schon heute eine wirtschaftliche Handlungsunfähigkeit gebracht hat. Man kann nur hoffen, auch wenn es nicht viel Hoffnung gibt, dass sich etwas bessert.

Denn ob jetzt Cola oder Pepsi reagiert, dass ist letztlich egal, besser wird es auch nicht, es ist immer noch dickmachender Süssstoff.

Update #1:

In der EF sehen sie das etwas positiver, und behaupten die Leute wären der Wahl fern geblieben, da sie sich nicht liberal vertreten sahen. Dies sehe ich gänzlich anders, zwar wären wahrscheinlich wirklich ein kleiner Prozentteil der Nichtwähler liberaler gewesen, die Mehrheit ist aber dann wohl eher faul oder würde noch weiter links tendieren.

Es wäre schön wenn hier nicht nur ein Sentiment zitiert würde, sondern vielleicht auch mal eine Studie zu Nichtwählern (aber vielleicht sind sie auch nicht-interviewbereit ;) )…

UPDATE #2:

Beispiel Europawahl (destatis – Mehrfachnennung möglich) – Häufigste Gründe nicht wählen zu gehen:

1. Unwissenheit über EP (60 %)

2. Meine Stimme ändert nix (> 57%)

3. Ungenügende Informationen (> 57%)

4. EP kümmert sich nicht um Probleme (>50%)

5. Ich bin gegen die EU (20 %)

Und hier noch über die Bundestagswahl:

1. Politiker verfolgen eigene Interessen

2. Keine passende Partei

3. Keine Partei die meine Interessen vertritt

4. Wahlen sind bedeutungslos

5. Parteien sind zu gleich

6. Kein Interesse an Politik

Das sieht doch mal nicht schlecht aus, auch wenn die Antworten natürlich etwas ambivalent sind (Keine passende Partei kann auch Kommunisten meinen).