Sunday, March 13, 2016

Fukushima: 5 Jahre später

Interessante Zusammenfassung von Zero Hedge zu einem Thema das quasi aus der medialen Landschaft verschwunden ist: Lesebefehl!

Mein Fazit: 

Es war die schlimmste Naturkatastrophe, die Japan seit Jahrzehnten erlebte, bei der Tausende starben. Es war jedoch nur die 2. schlimmste Kraftwerkkatastrophe bei der weiterhin 0 Personen gestorben sind. Der Umweltschaden ist leider jedoch beträchtlich, wenn auch offensichtlich die schlimmsten Schäden auf Grund von Verstrahlung schon unter Kontrolle sind.

Generell lässt der derzeitige Status hoffen, auch wenn noch einige Probleme auf Tepco warten, wie z.B. das Bergen der Brennstäbe. Aber auch hier denke ich wird die Firma an der Herausforderung wachsen. Für die Zukunft sollte man sich jedoch eins auf die Fahne schreiben: Transparenz und schnelle Kommunikation sind ein Muß um Probleme dieser größen Ordnung in den Griff zu bekommen.

Alles Verschweigen ist nur verschwendete Energie, die von der Lösung ablenkt.

Das Lecken der Eiswand halte ich persönlich für nicht so problematisch, wie auch das abfließen kleiner Wassermengen in den pazifischen Ozean. Hier wie bei so vielem kommt es wieder einmal auf die Menge an und wie sich diese im pazifischen Ozean verteilt.

Yahoo Answers: Welche Ideologie hat mehr Menschen umgebracht Kapitalismus oder Sozialismus

Diese Frage hat ein paar der schlechtesten Antworten, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Man kann sich das einmal hier ansehen.

Grundsätzlich ist die Frage schon nicht gut gestellt, aber man sagt ja immer: Es gibt keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten.

Kapitalismus ist kein System per se. Es ist eine ökonomische Rahmenbedingung. Sozialismus hat jedoch, neben einer ökonomischen Rahmenbedingung noch eine gesellschaftliche Werteordnung. Ein direkter Vergleich ist also nicht möglich. Davon abgesehen ist Kapitalismus nicht der richtige Ausdruck, da er eine Kampfbeschreibung der ideelen linken Bewegung ist. Der "Kapitalist" nennt sich selbst gerne Liberaler oder Vertreter der freien Marktwirtschaft.
Wer den Unterschied nicht versteht, der sollte vielleicht auch keine Kommentare schreiben (ausser natürlich er stellt Fragen), denn Kapital ist ein falsch benutzter Begriff Marx aus den Wirtschaftswissenschaften. Es geht eben nicht um die Anhäufung von Kapitalgütern, wie es Marx gerne darstellt, sondern um die Befriedigung der Bedrüfnisse der Kunden. Großer Unterschied!

Kapitalismus, wenn damit freie Marktwirtschaft gemeint ist, kann jedoch im Kern niemanden umbringen. Ja, man kann kriegstreibende Regierungen oder Staaten mit Geld versorgen, den Abzug werden aber immer die jeweiligen Regierungen betätigen, sei dies jetzt eine sozialistisch-demokratische (DDR, EU, USA) oder eine sozialistisch-autoritäre (Kuba, Venezuela, Soviet Union, China, 3. Deutsches Reich etc.) oder eine faschistisch-autoritäre Regierung (Chile unter Pinochet). Teilweise haben sich die letzteren beiden gerne einmal abgewechselt (siehe Chile), wobei auffällt, dass faschistische Regierungen etwas weniger Menschen umbringen.
Ein Vergleich der mörderischsten Regime sieht man hier. Selbst Hitler ist hier nur der 3. schlimmste Diktator.

Es ist eine Schande unserer Zeit, dass man Hitler zwar zu Recht verteufelt mit seinen 30 Millionen Toten, Stalin und Mao jedoch weiterhin als nicht so schlimm angesehen werden.

Wenn man jedoch den Vergleich Sozialismus vs. Freie MArktwirtschaft wirklich ziehen will, dann muss man sagen. Die Freie Marktwirtschaft war das größte Wunder, dass der Menschheit je passiert ist. Milliarden wurden durch Sie aus der Armut in ein besseres Leben gebracht. Man hat Genialität, Wachstum und Selbstverwirklichung in den Menschen angeregt und das Feedback war, dass jeder versuchte sein Leben zu verbessern. Innerhalb von 300 Jahren wurde mehr Leid beseitigt, als jemals zu vor. Der Reichtum in den mixed economies Europas ist so groß, dass ein armer Mensch heute, besser lebt als ein reicher Mensch vor 200 Jahren! Sei es auf GRund der Krankenversorgung, des Wohnorts, der Verfügbarkeit von Essen und Kleidung, oder einfach nur weil er Grundrechte hat.

Was hat dagegen der Sozialismus zu bieten? Wo immer er den freien Markt vernichtet hat, hat er zu Elend und Tod geführt: Soviet Union, China, DDR, Kuba, Venezuela, Libyen, Yugoslawien etc.

Wenn jetzt ein Schlaumeier auf die Idee kommt zu sagen: "Das waren aber Kommunismus oder autoritäre Diktatoren!"

Dann kann ich dem auf zwei Arten begegnen:

a) Stimmt nicht. Ursprüngliches Ziel (auch nach Karl Marx) ist erst einmal der Sozialismus. Es hat sich nur gezeigt, dass wenn dieser näher rückt, kippt es IMMER um in eine Terrorherrschaft. Sei es im realen Kommunismus oder in realen Diktatoren. Ich betreibe keine Diskussionen über utopische nicht erreichbare Umstände. Sie sind auch keine Argumente sondern Theorien.

b) Oft berufen sich jene Diktatoren/Regierungen jedoch auf den Sozialismus und deshalb ist dies die reale Umsetzung einer ideelen Vorstellung. Wer hier eine Gegenüberstellung von Kommunismus und Sozialismus sucht, der kann sich das hier durchlesen. Im Vergleich zur Marktwirtschaft sind die Unterschiede der beiden Ideologien untereinander nur von 5. oder 10. Ordnung also in erster Näherung nicht groß.

Generell sei noch anzumerken, dass die Klassifizierung mal wieder nicht sehr gut ist. Eine Eingliederung nach rechts und links macht keinen Sinn, auch wenn hier oft so argumentiert wird.
Aber eine genauere Klassifizierung in liberal und autoritär habe ich ja schon hier gemacht.


Hannah Arendt und das politische Spektrum oder wie erklärt sich Trump

Wie kann es zu einem Trump kommen. Er ist doch eine Mischung aus extremen Ideen zusammen geklaubt aus beiden "traditionellen" Lagern links und rechts:

Links - Protektionismus (Gegen TTIP or TPP)
Rechts - Gegen Einwanderung

Diese Verständnisprobleme verwundern eigentlich nicht, wurde doch die politische Spektrumsdefinition hauptsächlich von Linken vorgenommen, deren Blickwinkel recht eng ist und deren Fähigkeit sich in den politischen Gegner hinein zu versetzen relativ gering ist (wie auch wenn man gerne in einer Mehrheit schwimmt - das fördert kritisches Denken nicht unbedingt).

Das links - rechts Spektrum zum Beispiel ist so eine falsche Bezeichnung. Hannah Arendt hatte versucht dieses 1D-Spektrum in den 60er Jehren zu widerlegen, wurde jedoch von den Akademikern, hauptsächlich Sympathisanten der Soviet Union, ausgegrenzt. Erst der Fall der Mauer und die Rückkehr ehemaliger Untertanen des Soviet-Reich hat Frau Arendt als letztliche Siegerin dargestellt.
Denn diese sahen Ihre Lehren als das was sie in der Zeit erlebten. Der Totalitarismus sitzt Links wie auch Rechts.

Erst werfen sogenannte Revolutionäre die bestehende konservative Ordnung um, proklamieren den utopischen Staat (sei er Sozialistisch oder Faschistisch) und dann übernehmen die Diktatoren und Autoritären.

Deshalb fügte Frau Arendt eine 2. Achse zur politischen Diskussion hinzu: Liberal zu Authoritär.
Das Spektrum sieht also nach ihr eher wie folgt aus:



Interessanterweise hat sich jedoch bis heute diese Darstellungsweise nicht durchgesetzt in den Medien, dabei wäre der Informationsgehalt wesentlich höher.

Ein Donald würde sich dabei relativ nördlich und etwas rechts positionieren. Ein Bernie Sanders eben oben und links. Auf ein links - rechts Spektrum passen beide nicht wirklich, weshalb Sie von den Medien und Statistikern unterschätzt wurden.

Monday, June 15, 2015

Geübte Intoleranz von Toleranzfordernden

Die Spiegel-Meinungsbildner zeigen mal wieder was sie können und was nicht. Es überrascht mich immer wieder wie intolerant Menschen sind, die für Toleranz streiten. Da reden diese von Diversifizierung und Meinungsvielfalt, aber die einzige Meinung, die sie zulassen, ist die eigene.

Das beste Beispiel findet sich hier. Die Autorin beschwert sich darüber, dass Europa immer stärker bürgerlich-konservative Parteien bzw. liberale Parteien wählt, anstatt die freischaffenden Spinner aus dem linken Spektrum. Dies merkt man auch, wenn Sie eben jene aufzählt, die sie nicht mehr sieht, ihrer Meinung nach:

gäbe es doch sicher für jeden Geschmack etwas, ein wenig Christentum und Tierschutz, eine Frauenpartei und eine für Rentner, junge Nazis und stramme Linke, ein wunderbares Gemisch, in dem sich die Zusammensetzung der Bevölkerung spiegeln würde.

Diese Parteien gibt es, meine liebe ungebildete Frau. Diese Parteien sind nur partikulärinteressiert und somit für die große Mehrheit uninteressant. Deshalb wählen auch gestandene Kommunisten manchmal SPD oder Grüne anstatt die Linke. Es nennt sich Pragmatismus und der kleinste gemeinsame Nenner. Mathematik ist hier allerdings vielleicht etwas fehl am Platze, würde es doch eine gewisse Grundausbildung voraussetzen.

Stattdessen kritisiert sie die Schweizer und Österreicher Konservativen und versteift sich natürlich mal wieder auf Haider und Blocherianer. Was sie dabei jedoch nicht sieht, ist das es auch rechts vom linken Rand viele unterschiedliche Meinungen gibt, die genauso ein Recht darauf haben als unterschiedlich und wichtig wahrgenommen zu werden. Natürlich kann das die Frau nicht abhaben, dazu müsste man wahrlich tolerant sein und so wird das ganze wieder in die braune Nazi-Ecke gedrängt.

Doch zwischendurch versteigt sie sich dann auch noch in ein paar mutige Behauptungen. So würden ebene jene rechten Regierungen besonders Diktatoren begünstigen und milde Gesetze für Organisationen wie die Fifa erlassen. Wenn das tatsächlich die einzigen Probleme von konservativen Regierungen sind, dann können wir uns glücklich schätzen und werde sie jeden Tag vor Regierungen bevorzugen, die uns in den realen Sozialismus geführt haben und Diktatoren vorbringen anstatt nur mit Geld zu zuschmeißen.

Denn weder haben die linken Parteien die Abschaffung der Entwicklungshilfe gefordert (welche nachweislich Diktaturen und Unrechtsstaaten unterstützt), noch haben Sie die Fifa in die Schranken geworfen, als sie an der Macht waren.

Ich nenne so etwas: Auf einem Auge blind Frau Sibylle.
Setzen 6.

Sunday, November 16, 2014

Merkel's Verständnis für Marktwirtschaft - Das Verständnis der Deutschen?

Der Spiegel hat ein interessantes Stück Essay heute, dass viel über Merkel, aber auch viel über die Journalisten beim Spiegel aussagt. Dort bemängelt ein Journalist das VErständnis Merkels für die Wirtschaft. Er hält ihr vor, dass sie glaubt das die Wirtschaft mechanistisch und deterministisch ist, wobei er letzteres nicht wörtlich erwähnt. Sein eigenes Verständnis krankt jedoch auch und wirft ein falsches Licht auf den Stand des Wissens in den Wirtschaftswissenschaften.

Selbst ein Amateur wie ich, der eigentlich von Beruf Ingenieur ist, sieht wo hier die Fehler liegen und wie schlecht doch die Journalistenzunft ausgebildet wird, oder wie sehr Confirmation Bias und Ideologie Fakten verdrängen. Es ist erschreckend, dass dieser Mangel jedoch schon bei Professoren des Journalismus anfängt.

Sehr früh in dem Artikel kommt das Thema Mindestlohn hoch. Nun gibt es ein Haufen Theorien darüber, was ein Mindestlohn bedeutet, wissenschaftlich fundiert und mit Daten belegt sind jedoch nur diese:


  1. Mindestlohn führt zu Einstiegshindernissen für schlecht ausgebildete Arbeiter (sprich: Hauptschule und Immigranten)
  2. Mindestlohn führt zu Arbeitslosigkeit bzw. Teilzeitarbeit um Kosten zu senken
  3. Mindestlohn führt zu höheren Preisen (siehe Friseur oder Taxifahren), wenn die Preise auf den Konsumenten umlegbar sind!
  4. Mindestlohn führt zu weniger Jobs in der Zukunft, da Unternehmen versuchen entsprechend "unproduktive" Jobs durch Automation zu ersetzen
  5. Mindestlohn ist nur ein zeitlich begrenzte Maßnahme, solange er absolut und statisch erlassen wird. Inflation zerstört den negativen Effekt des Mindestlohns auf lange Zeithorizonte
Was jedoch nicht stimmt, ist das unklar ist, was passiert bzw. die zweite Argumentationskette des Autors:

Möglich aber auch, dass die Beschäftigung am Ende steigt, weil Verbraucher bereit sind, für einen Haarschnitt oder eine Paketzustellung mehr zu zahlen als bislang, und der höhere Lohn gleichzeitig Arbeit am unteren Ende der Skala attraktiver macht.


Dieser Satz ist einfach nicht wahr. Die Beschäftigung kann nicht steigen, wenn die Produktivität gleich bleibt und die Kosten steigen. Wenn der Arbeiter Mehrwert in Höhe von 10€ produziert ist es nur diese 10€ - Profit als Lohn wert. Wenn er mehr kostet, muss er entweder mehr einspielen, oder er ist zu teuer. Kein Unternehmer oder Unternehmer wird aus eigener Tasche seine Arbeit bezahlen. Gewinne für die kleinen Unternehmen sind so oder so nicht sehr hoch, was gerne im Angesicht von Google, Deutsche Bank oder Porsche vergessen wird.
Letztlich wird jedoch durch den Mindestlohn nicht die Beschäftigung steigen, nur weil der Beschäftigte mehr kostet, das ist einfach nicht wahr. Auch der Konsument wird bei teureren Preisen nicht öfter zum Friseur gehen oder mehr Päckchen bestellen! Jeder der selbst ein monatliches Budget verwaltet, weis das!!!
Etwas anderes zu behaupten kratzt dann nur am Prestige des jeweiligen Wortführers, in diesem Fall eines Professors.

Letztlich führt jedoch das Thema Mindestlohn zur Agenda 2010 und ihren Konsequenzen. Es ging dabei immer um zwei große Widersprüche. Entweder wir haben weniger Beschäftigte mit höheren Löhnen oder mehr Beschäftigte mit niedrigeren Löhnen. Jemand der einen Job hat, wird natürlich für ersteres plädieren, jemand der einen Job sucht wäre über letzteres wohl mehr erfreut.
Das Problem hierbei ist jedoch der 3. Faktor, der vergessen wird: Der Staat.
Dieser besteuert die Arbeiter, sorgt dafür das die Inflation die Löhne senkt und das Wirtschaftswachstum so niedrig ist, dass man meint, dass Land stagniert seit Jahren.

Die Deutschen sind jedoch ein langatmiges Volk, dass viel aushält, weshalb sich auch bisher wenig Widerstand gezeigt hat, wenn man mal von der erstarkenden AfD absieht. Dies wird aber in den kommenden Jahrzehnten nicht so bleiben. 20 Milliarden € wurden für nichts in die Energiewende verpulvert, ausser das die Stromkosten steigen. Was hätte man mit dem Geld doch stattdessen machen können? Vielleicht sogar Steuern einmal senken?

Das Gesundheitssystem ist ein Geldgrab mit einer Ineffizienz das eigentlich die Verantwortlichen nachts in der Zimmerecke heulen sollten.
Die Rente ist unbezahlbar und wird es auch in Zukunft nicht werden, es sei denn man schafft die staatliche ab.
Und die Verkehrsinfrastruktur wird auf Grund der Fixierung auf Bahn und Straßenbahn in Zukunft weiter zusammen brechen. Besonders prägnant: Deutsche Autobahnen benötigen 17 Jahre um gebaut zu werden! Bestes Beispiel hier ist die A8 zwischen Karlsruhe und München. Seit dem ich Autofahren kann, wird dort 3-spurig ausgebaut, dazu kommt noch der Ausbau des Bahnhofs in Stuttgart und er Bahnstrecke Richtung Ulm und Augsburg und das Chaos ist perfekt. Die Folge sind für die Größe von Stuttgart nicht angemessene Staus.

Aber letztlich haben ja die Deutschen mit Merkel die Kanzlerin die sie verdienen. Ich habe sie nicht gewählt, weshalb ich einer der wenigen bin, die sich hier herzlich und ehrlich beschweren können.



Film Review: Wir sind die Neuen





Der deutsche Film Wir sind die Neuen setzt zwei Generationen gegeneinander. Die Generation von 68, die vor den Konsequenzen ihrer Lebensentwürfe steht und die Generation von heute, die als Turbo-Konservativ dargestellt wird: Alles für den Erfolg eben.
Da das ganze als Komödie konstruiert wurde, und konstruiert trifft es hier, ist die Auseinandersetzung zwar hart, aber am Ende herzlich. Konstruiert, deshalb weil hier auch teilweise zwei Klischees aufeinander treffen. Man merkt sehr schnell, dass der Regisseur Ralf Westhoff ganz klar den 68ern zuzuschreiben ist. Deshalb liegt der Fokus in diesem Film auch durchgehend auf dieser Generation und wie Sie die heutige retten bzw. verbessern kann. Das soll jetzt jedoch nicht abschrecken, denn wirklich oberlehrerhaft ist der Film nicht. Im Gegensatz, für einen deutschen Film, ist er erfrischend unideologisch und kurzweilig gedreht. Man langweilt sich nicht, wenn auch manche Witze etwas zu gewollt wirken.

Doch wie sieht es denn eigentlich inhaltlich aus. Nun, Hanna (Gisela Schneeberger), die weibliche Protagonistin und Erzählering, wird aus ihrer bisherigen Wohnung geschmissen. Da sie sich als Biologin nicht wirklich alleine das Leben in einer Mietwohnung im Herzen der Stadt leisten kann, versucht sie ihre alten Freunde, die sie schon eine Weile nicht mehr gesehen hat, dazu zu überreden mit Ihr zusammen zu ziehen. Es soll wieder eine WG wie früher werden. Sie findet in Johan (Michael Wittenborn), eenem Rechtsanwalt für Mittellose schnell den ersten Mitstreiter. Und auch Eddie (Heiner Lauterbach) schließt sich ihnen an, nachdem Sie noch zwei andere versucht haben erfolglos zu rekutrieren. Hanna ist die Zentrale verbindende Person, die in Johan ihren besten Freund und in Eddie ihren ehemaligen Liebhaber sieht.

Doch dann finden Sie eine Wohnung und begrüßen auch die Nachbarn. Ein Yuppie, der quasi nie da ist und erst in vielen Monaten einen Termin finden würde, mit ihnen etwas zu machen. Erster Fehlschlag. Die WG oben drüber jedoch ist von jungen Studenten, zwei angehende Juristen und eine Bachelorstudentin der Kunstgeschichte, bewohnt, was ihnen Hoffnung auf ein schönes munteres Beisammensein gibt. Es stellt sich jedoch schnell heraus, dass es hier Generationenkonflikte gibt. Die Jungen sind so strebsam, dass sie keine Kapazitäten für zwischenmenschlichen Kontakt mit den Alten haben, wegen dem Prüfungsstress, dass sagen die verwöhnten Studenten auch unverblümt und direkt.

Die Alten sind also plötzlich die lockeren Jungen, verkehrte Welt. Und hier sind dann auch die ganzen Witze und Berührpunkte. 3 WG-Mitglieder von beiden Generationen, d.h. jeder hat später einen direkten Widerpart. Das funktioniert teilweise gut, manchmal etwas schlechter.
Generell ist es schon witzig, verliert aber zwischendurch mal etwas an Fahrt, als ob dem Autor keine schönen witzigen Szenen mehr eingefallen sind. Gegen Ende wird es sogar etwas melancholisch, bleibt jedoch kurzweilig genug, um nicht zu langweilen. Die Schnitte sind gut und kurzweilig. Die Schauspieler sind gut gewählt, besonders Heiner Lauterbach als Eddie fand ich besonders gut. Er schaffte es mit Charisma und Charme denn teilweise arschlochartigen Eddie zu spielen. Die Jungen hingegen sind zum Vergessen, jedoch sind sie auch nicht Zentrum des Films. Es ist ein bisschen als würde der Regisseur die Probleme der 68er aufzuarbeiten zu versuchen, so kommt es einem danach ein wenig vor.

Rating: 3/5

Wednesday, October 29, 2014

Staatlicher Kapitalismus Teil I: Wirtschaftszweig Drucker

Gerne wird ja über den Druckermarkt hergezogen, und das auch mit gutem Grund. Es wird gerne damit argumentiert, dass man hier die Fehler eines instabilen Marktes findet. Druckerhersteller verkaufen Drucker für 80 € und dann die Nachfüllpatronen für 40€. Die erste Patrone ist nur halbvoll oder durch einen fehlendes Sicherheitsteil für den Drucker als halbvoll gekennzeichnet.
Billigere Patronen werden in D nicht zugelassen, oder sind oft nur schwer mit dem Drucker zu bedienen.

All das stimmt und deutet auf eine Monopolproblem hin. Es ist jedoch nicht das Unternehmen, dass dieses Monopol erhalten hat, sondern der Staat. Nicht durch direkten Eingriff, sondern über das System Patentierung. HP und andere Druckerhersteller (Epson z.B.) haben immer wieder erneuerte Patente auf ihre Patronen und Drucker. Damit ist es quasi unmöglich, die Marktmacht von HP zu brechen. Gleichzeitig können bei 80 € Druckern, keine Neueinsteiger in das Feld kommen, die mit billigen Druckerpatronen dagegen halten könnten.

Hauptursache ist ein Patentrecht, dass quasi Monopolisten durch die Möglichkeit kleine Details an Patronen immer wieder neu zu patentieren, am Leben hält.

Es ist letztlich nicht der Markt, sondern die Regulierung durch den Staat, welche die Druckerhersteller zu Ihrer Marktmacht bringt. Wenn man einmal Druckerpatronen aus China (deren Import nach D ohne Zoll nicht erlaubt ist - danach haben sie den europ. Preis) als Beispiel heran zieht, dann sieht man, dass diese nur 1/10 des Preises in D ausmachen.

Friday, October 24, 2014

Studienwahl und Berufe in privater und staatlicher Wirtschaft

Das Thema wird ja immer mal wieder in den Medien diskutiert, wie hier z.B. auf SpOn. Teilweise finde ich die Kommentare erschreckend und mit einem gehörigen Mangel an Selbstreflexion.
Es gibt hier mehrere Typen von Kommentatoren, die Ihren Unmut bzw. ihre Überzeugungen kund tun. Da mein Kommentar wohl zu lange für die Aufmerksamkeitsspanne eines Spiegel-Lesers ist, habe ich mir gedacht, die Gedanken einmal hier zusammen zu fassen.

In Deutschland herrscht immer noch die Vorstellung des überhöhten Beamtentums. Während dies für einige ausgewählte Berufe und Politiker gilt, stimmt das für immer mehr Angestellte im öffentlichen Dienst nicht mehr. Weder an der Uni noch in der Stadtverwaltung sind Beamten heute noch der Standard. Der Kostendruck hat hier dafür gesorgt, dass befristete Verträge und kümmerliche Löhne, die in der Privatwirtschaft als Lohndumping angeprangert würden, der Standard.

Dennoch sind Beamtenjobs und Ministerposten in unserer heutigen Geringwachstumszeit eigentlich fehl am Platz. Während der Normalbürger wohl mit Renten- und Gehaltseinbußen leben muss, sind Politiker für den Schwachsinn den sie verzapfen überbezahl, OHNE Qualitätskontrolle. Und wer eine Pension mit einer Rente vergleicht, der wird sich nur darüber aufregen, dass er dafür 50% seines Gehalts abgeben musste.

Doch lassen wir mal den staatlichen Sektor weg, denn Beamten sind eine Minderheit, die unteren Angestellten sind nicht gut bezahlt (wenn auch in einem sicheren Job - und so sollte das Verhältnis von Bezahlung zu Sicherheit eben auch sein).

Dann lese ich jedoch die üblichen Zweifel über die private Wirtschaft und die Wut eines Ethnologie-Studenten über mangelnde Jobaussichten und das er wohl mit einer Ausbildung besser dran gewesen wäre. Wow, das zeigt mir dann nur, dass es doch auch unter studierten einen Haufen weltfremder aber dafür naiver Menschen gibt.
Ethnologie, wie so viele andere Studiengänge, sind leider kein guter Beweis für Qualität. Meist sind es jene Leute, die Mathe verachten oder nie konnten und deshalb die Mühen eines herausfordernden Studiums gescheut haben. Das wirkt natürlich auf Arbeitgeber genauso, weshalb Sie Ausbildung, Naturwissenschaften, Informatik und Ingenieurswissenschaften bevorzugen.
Dazu kommt, dass heute doch niemand mehr so verblendet sein kann, ein Geschichtsstudium mit einer AUsbildung zu verwechseln oder gar zu glauben, dass es genauso viele Stellen wie Studenten gibt. Es gibt viel weniger Stellen und das liegt daran, dass das Studium nicht nachhaltig ist. Es wird dadurch leider nur wenig erschaffen, was eventuell auch an der Qualität liegen kann. Wäre es anders herum, würden von 300 Studenten im 1. Semester nur noch 5 am Ende übrig bleiben. Bei diesen 5 wäre ich mir dann sicher, dass sie entsprechend auch Leistung und Qualität bringen würden. Leider ist dies in den schwammigen Geisteswissenschaften oft nicht so einfach möglich.

Die Folge ist, dass man eben Geisteswissenschaften nicht als Ausbildung ansehen kann. Es ist mehr oder weniger eine verlängerte Gymnasiumszeit. Es ist jedoch keine Vorbereitung auf einen spezifischen Beruf.

Tuesday, August 12, 2014

Fracking Mocumentaries - Truthland vs. Gasland und was man aus Beiden lernen kann

Nachdem ich beide Filme Gasland I (auf Arte und anti-Fracking) und Truthland (auf youtube und pro-fracking.. Wäre auch zu qualitativ hochwertig für Arte gewesen, beide Seite zu zeigen) gesehen habe (Gasland II und FrackNation stehen noch aus), muss ich sagen, dass mich keine von Beiden überzeugt. Ich bin eher ein Fan von kalten harten wissenschaftlichen Fakten und Berichten und weniger von emotionallen Fluff-Pieces.

Natürlich kann man dann auch argumentieren, dass ein Dokumentarfilm das falsche Format für mich ist. Da hat man bestimmt auch Recht, wobei es andere Themen gibt, wo die Versteifung auf Details und Individualprobleme tatsächlich einen größeren Trend darstellen kann. Ein Beispiel ist zum Beispiel die Verfolgung von schwulen Männern in islamischen Staaten (es muss ja nicht einmal ISIS oder Gaza sein). Hier kann auch mit Einzelgeschichte gepunktet werden, bei einem so weitreichenden Thema jedoch wie Fracking braucht man dann doch erstmal den wissenschaftlichen und statistischen Überblick.

Was habe ich denn jetzt mitgenommen aus dem Filmen? Nun, fangen wir doch einfach mit Gasland an.
Es scheint ernste Bedenken bei den Bevölkerungen nahe der Fracking-Quellen zu geben, ob dies nun hydraulic horizontal Fracking betreffen oder traditionelle Gasförderung scheint hier egal zu sein. Es geht um unsachgemäße Gasförderung im Allgemeinen. Nun mag es sich dabei um die üblichen Bedenkenträger zu handeln oder nicht, man kann es leider nicht aus dem Film erkennen. Zu oft wurden aufgestellte Thesen nicht bis zu ihrer letztlichen Untersuchung durchgezogen (die Tiere z.B.). Die Thesen per se sind erst einmal ernst zu nehmen, besonders die Aussagen bzw. Fragen zur Verwendung von Fracking-Additiven und deren Recycling würde ich nicht einfach von mir weißen (egal welche Gasfördertechnik angewandt wird).
Den brennenden Gashahn kann man jedoch getroßt wieder in die Mythenkiste packen. Weder in Gasland I noch in II ist er wirklich ein überzeugendes Argument. In Gasland II war er vorsätzlich gefälscht und in Gasland I ist er zumindest zweifelhaft. Oberflächengas ist leider in diesen Regionen weit verbreitet, weshalb nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann, ob es sich hierbei um einen Fake oder ein reales Problem handelt.
Ganz anders jedoch die besagten Fragen zu den Additiven und deren Recycling. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die richtige Zementierung und deren Dauerhaltbarkeit. Beides Punkte die valide sind und damals zum Zeitpunkt von Gasland I nicht schlüssig geklärt (oft waren die Additive nicht einmal öffentlich einsehbar). Hier hat der Autor durchaus Recht, dass man in Zukunft das Fracking noch deutlich besser und sicherer gestalten kann. Übrigens arbeitet die Gasindustrie intensiv an diesen Themen, besonders das Recycling ist ein wichtiger Punkt, den die ersten Firmen als Geschäftsfeld erschlossen haben.

Doch jetzt erst einmal zu Truthland. Wo Gasland wie The Blair Witch Project rüber kommt, gefilmt von einem armen Studenten mit schlechter VGA-Kamera, ist Truthland ein opulentes HD-Werk von einem aufstrebenden Indieregisseur. In diesem Fall unterstützt von einer Reihe von industrienahen Think Tanks. Das soll jedoch nicht heißen, dass der Film komplett wertlos ist, auf dieser Basis müsste man auch Gasland ablehnen, denn auch Josh Fox ist nicht frei von Einflüssen 3. (wenn auch auf der anderen politischen Seite).
Truthland ist jedoch nicht ganz so wahrhaft, denn die Narratorin hat mit ihren eigenen Quellen in der Wirklich das eine oder andere regulative Problem. Einer ihrer Förderquellen hat eine nicht gerade fachmännische Zementierung, die auch von den Regulatoren angekreidet wurde. Davon abgesehen gibt es einige sehr gute Gründe für Fracking auch in diesem Film.
Der ehemalige Leiter der EPA gleich am Anfang hat Recht, wenn er meint das keine andere Energietechnologie wirklich sauber ist und keine Probleme hat. Windräder verschandeln die Umwelt, gefährden Tiere, sind eine Lärmbelästigung und brauchen Unmengen an Kunststoff, Kupfer, Überlandleitungen und Klebstoff. Solarpanelen sind nicht unbedingt die saubersten Stoffe, deren Herstellung ein Haufen Energie benötigt und deren Inhaltsstoffe oft aus chinesischen Minen stammen. Sie brauchen große Flächen für einen geringen Wirkungsgrad und sie sind auf Häusern ein Brandschutzhinderniss. Wasserkraftwerke verschandeln die Seen und Umländer, sind ineffizient und können zur Gefahr für Fische werden. Kohlekraftwerke emittieren CO2, verbrennen Kohle, benötigen Nähe zu Flüssen und eine aufwendige Abgasnachbehandlung Man sieht ziemlich schnell, dass alle Energieerzeugungsformen ihre Nachteile haben bzw. ihre persönlichen Probleme.
Truthland geht mir persönlich leider nicht tief genug in die Materie (was Gasland teilweise besser macht, aber auch nicht oft). Manchmal machen die Antworten auch nicht immer schlüssig Sinn, bzw. wurden wohl zusammen geschnitten.
Allerdings zeigen Sie auch, dass die Gasindustrie durchaus die Aussagen der Gegner wahrnimmt und auch Ernst nimmt und einige dieser Bedenken kann der Film auch widerlegen oder zumindest abmildern.

Letztlich bleibt mir als Fazit, dass ich die Sache selbst, also horizontales Fracking nicht getrennt von Gasförderung insgesamt sehe. Es bleibt dabei, dass die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt und beide Seiten gute Argumente haben. Die pro-Seite kann darauf verweisen, dass viele der Probleme schon vor dem hydraulic Fracking als horizontale Bohrung bestanden und nicht alle auf inudstrielle Bohrungen zurück zu führen sind. Das Fracking per se abzulehnen halte ich auch hier für falsch. Allerdings muss man auch die Gegenseite betrachten, die durchaus Gründe liefert, wo man vielleicht noch besser werden kann, Bedenken die durchaus zu berücksichtigen sind. Welche Additive werden genutzt? Wie sollen Sie recycled werden? Wie schütze ich die Förderquellen am Besten davor, dass Sie keine Lecks haben (Vorschriften für Zementierung deren Überwachung?)? Welche transparenten Standards können hier eingeführt werden, so dass Bedenken minimiert werden. Sollte das Fracken ohne weiteres in geologisch instabilen Regionen stattfinden (siehe St. Georgien in der Schweiz). Denn auch in Deutschland, ohne horizontales Bohren, gibt es schon induzierte Erdbeben durch Gasbohrungen. Das hat jedoch wenig mit Fracking zu tun, sondern viel mehr mit den Bohrungen selbst, d.h. unabhängig von der modernen Technik ist eben Gasförderung in geologisch spannungsgeladenem Raum wie den Alpen eventuell einfach nicht sinnvoll bzw. mit Vorsicht zu genießen.
Doch man sollte es auch nicht so einfach abtun, nur weil es schwierig ist bzw. ein paar Anläufe braucht bis es optimal ist, wie es deutsche hauptberufliche Bedenkenträger gerne fordern, denn dann sollte man sich auch aus allen anderen Energiegewinnungsverfahren zurück ziehen. Keine der anderen Arten ist weniger schädlich bzw. gefährlich für die Umwelt, auf Ihre eigene Art und Weise.



Friday, August 08, 2014

Russland-Sanktionen: gerechtfertigt und eine Chance?

Das die EU versucht Sanktionen gegen Russland durchzustehen und sich auf die grundsätzlich westlichen Werte zurück besinnt finde ich zunächst positiv. Das Russland im Gegenzug Agrarsanktionen gegen Europa ausspricht, finde ich wesentlich weniger problematisch, als andere. Besonders das Handelsblatt mit dem ehemaligen Spiegel-Redakteur tut sich durch eine für mich befremdliche Meinung hervor. Aber immerhin ist es mal schön so etwas wie eine echte Diskussion in Deutschen Medien zu sehen.

Generell halte ich die Sanktionen der Russen gegen Europa für positiv und eine Chance, dass sich Europa vielleicht noch weiter nach außen öffnet. Das es besonders den Agrarsektor trifft ist auch eigentlich eine Chance. In Europa herrscht hier ein inländischer Sozialismus, welcher der DDR in nichts nachsteht. Wir subventionieren Milch u.a. Lebensmittel (die dann teilweise an Russland verkauft werden) und haben Importzölle, um arme Afrikaner arm zu halten.

Es zeigt sich, dass wir hier die doppelte Chance haben, den europäischen Agrarsozialismus zu zerstören und gleichzeitig etwas für die Entwicklung der armen Länder zu tun. So gesehen haben die Sanktionen auch etwas gutes. Nebenbei engen Sie die Territorialmacht Russland ein, die in den letzten Monaten einen Sieg nach dem anderen gegen den Westen feiern durfte. Mit der Annexion der Krim ist Russland der größte territoriale Sieg seit mehr als 10 Jahren gelungen und beinahe hätte man sogar noch die Ostukraine dazu gewonnen.

Ach ja, und wer glaubt das die EU Agrarsubventionen vor allem für Kleinbetriebe sind, der hat sich geirrt.

Wo ist hier der Sinn für die Armen und die Umverteilung, den man sonst so sehr in Deutschland schätzt. Warum endet das Mitleid und die Sympathie an den Ländergrenzen? Es zeigt sich wieder einmal, wie Nationalismus und Sozialismus den Liberalismus verdrängt haben, zum Nachteil der Kleinen.